Aus dem Spanischen von Susanne Lange. Antonio Ungars Roman ist so verschlungen wie die südamerikanische Politik: Als Lorenzo kurzerhand in die Rolle des ermordeten Oppositionsführers und Präsidentschaftskandidaten Pedro Akira schlüpft, erreichen die Verstrickungen der Korruption schwindelerregende Höhen. Sehr bald befinden wir uns inmitten des abenteuerlichen Versuchs, das totalitäre Regime zu Fall zu bringen in diese wilde Schlitterpartie verstricken sich ein Drama um Liebe und Leidenschaft genauso wie eine unverwechselbare Vater-Sohn-Geschichte. Ganz und gar einzigartig, auf der Schwelle zwischen Parodie und Elegie, zwischen Realität und surrealer Verfremdung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2012
Schluss mit dem magischen Realismus! In dem Autor dieses Romans, den Sebastian Schoepp als beißende Politsatire wie auch als flotten, sprachlich originellen Unterhaltungsroman mit Schelmenappeal empfehlen kann, erkennt der Rezensent einen jener lateinamerikanischen Autoren, die die Hermetik eines Garcia Marquez oder Vargas Llosa mit Bildern von durchglobalisierten, dynamischen, lauten, schmutzigen und gewalttätigen Schwellenländerstädten aufbrechen und hinter sich lassen. Bei Antonio Ungar und seiner Beschreibung einer Diktatur 2.0 in seiner als Miranda wenig verklausulierten Heimat Kolumbien fühlt sich Schoepp durchaus gut aufgehoben, aller Brutalität und Unentrinnbarkeit dieser Dystopie zum Trotz.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…