Herausgegeben und aus dem Spanischen übersetzt von Dagmar Ploetz. Für Gabriel García Márquez besteht die Welt nicht aus Worten auf Papier, im Gegenteil, die Welt lebt in uns. Sie bestimmt jeden Augenblick unseres Daseins und wurde für ihn zu einer unerschöpflichen Quelle von Geschichten, voller Trauer und Schönheit, voller Glück und Einsamkeit. Zugleich war er sein Leben lang auf der Suche nach der "Schönsten Geschichte der Welt", die eine, die alle anderen verstummen ließ. Sie wollte er finden, ob als Journalist, als Schriftsteller oder einfach nur als Erzähler. Dieser Suche geht das Lesebuch nach - zu Ehren des kolumbianischen Autors, der die lateinamerikanische Literatur neu erfand.
Rezensent Volker Weidermann kann gar nicht schnell genug zu den unter dem Titel "Der schönste Beruf der Welt" erschienenen journalistischen Texten von Gabriel Garcia Marquez greifen, um den aktuellen, posthum veröffentlichten Roman zu vergessen. Denn hier erkennt der Kritiker schnell den fantasiereichen "Weltenerfinder", der in den Reportagen darüber hinaus mit präziser Beobachtungsgabe überzeugt. Und so stürzt sich Weidermann begeistert auf die Kinokritiken, Fußballberichterstattungen, politischen Kommentare und Zeitungsmeldungen, die den Zeitgenossen mitunter zu leidenschaftlich und wenig kenntnisreich erschienen. Vor allem aber sind es die Reportagen, die Garcia Marquez über seine Reisen durch Europa in den Fünfzigerjahren verfasste, die Weidermann den Atem verschlagen. Wenn Garcia Marquez Stalins ganzes Leben als von Kafka längst beschrieben schildert oder einen heiter-peinlichen Abend mit Spaniens damaligem Ministerpräsidenten Felipe Gonzalez festhält, erkennt Weidermann: Hier war ein "magischer Reporter" am Werk.
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