Der Bruch mit dem Mittelalter, aus dem sich die Moderne entwickelt hat, zeichnet sich durch eine umfassende Hinwendung zur Welt des empirisch Erfahrbaren und Individuellen aus. Diese Wende war eine Absage an Platons Vorstellung, es gebe eine eigene Wirklichkeit des Rationalen und Geistigen. Eine Auseinandersetzung auf gleichem Niveau mit dem "alten", von Platon ausgehenden Rationalitätsbegriff hielt schon die Renaissance nicht mehr für nötig. Dieser bis heute nicht eingelösten Aufgabe stellt sich dieses Buch und versucht, in einer Gegenüberstellung der Argumente für den Vorzug eines an der Theorie oder an der Praxis orientierten Lebens eine Verlust- und Gewinn-Bilanz zu geben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2003
Nach der Lektüre von Arbogast Schmitts "Die Moderne und Platon" scheint Rezensent Wolfgang Bernard eine Revision der heute herrschenden Auffassung von Platon geboten. In einer "methodisch gut abgesicherten", "umfassenden" rezeptionsgeschichtlichen Aufarbeitung nimmt Schmitt die Rolle Platons in der Moderne unter die Lupe, berichtet Bernard. Dabei komme Schmitt zu dem "bestürzenden Resultat", dass bei der Entwicklung der neuen ästhetischen, psychologischen, naturwissenschaftlichen Theorien keine echte Auseinandersetzung mit Platons tatsächlicher Argumentation und Position stattgefunden habe. Vielmehr habe man sich lediglich von einem durch die Rezeptionsgeschichte, insbesondere (neo)stoisch verzerrten Bild Platons abgesetzt. Bernard hebt hervor, dass Schmitt nicht bei dieser historischen Analyse stehen bleibt, sondern detailliert die tatsächlichen Positionen Platons zu rekonstruieren versucht. Vielfach gelingt es dem Autor, nach Einschätzung des Rezensenten, Platon von rezeptionsgeschichtlichen Verstellungen zu befreien. "Überraschend" und "ganz anders" findet Bernard die Antworten, die ein solcher Platon zu diversen erkenntnistheoretischen, psychologischen, ethischen, gesellschaftstheoretischen, logischen, naturwissenschaftlichen Fragen auf Lager hat. "Sind unsere geistigen Fundamente womöglich ziemlich schlampig gelegt, sollten wir die Auseinandersetzung mit Platon (und auch mit Aristoteles) noch einmal in extenso führen?", fragt Bernard abschließend. Schmitts Buch legt das zumindest nahe.
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