Eingeleitet, übersetzt und mit interpretierenden Essays versehen von Herwig Görgemanns, Barbara Feichtinger, Fritz Graf, Werner Jeanrond und Jan Opsomer. Plutarch gibt der Liebesphilosophie Platons eine neue Wendung: er überträgt deren Grundgedanken auf die eheliche Liebe, und er verteidigt die Bedeutung der Sexualität für Persönlichkeitsentwicklung und menschliche Bindung. Sein Dialog ist kunstvoll gebaut. Er findet während des Eros-Festes in Thespiai statt; eine Hintergrundhandlung hat Züge einer Komödie und der Autor lässt sich selbst als frischverheirateten, verliebten jungen Mann auftreten. Die Schrift wird hier vorgelegt mit einer literarisch orientierten Einführung, kritisch durchgesehenem griechischen Text, einer möglichst lesbaren deutschen Übersetzung und eingehenden Einzelerklärungen. Vier Essays verschiedener Autoren kommen hinzu: über den Eros-Kult in Thespiai, über die philosophischen Aspekte der Schrift, über sozialgeschichtliche Voraussetzungen der Gedanken über Sexualität und Ehe, über den christlichen Liebesbegriff.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.10.2006
Erfreut begrüßt Rezensent Martin Hose diese zweisprachige Ausgabe von Plutarchs "Dialog über die Liebe". Die Bedeutung Plutarchs sieht er vornehmlich darin, Grundgedanken der Philosophie, der klasssichen Literatur und des Hellenismus an sich zu bewahren. Gerade in vorliegendem Werk aber erweist sich Plutarch nach Einschätzung Hoses auch als durchaus origineller Denker. So würdigt er den Dialog als ein Plädoyer für eine von Hingabe, Treue und Gleichberechtigung geprägte Liebe zwischen Mann und Frau, was den in der Antike herrschenden Vorstellungen platonischer Männerliebe durchaus widersprach. Auch die Ausstattung des Bandes hat Hose gefallen. Besonders lobt er die Übersetzung, Einleitung und Kommentierung des Texts durch Herwig Görgemann. Daneben hebt er Fritz Grafs Essay über den Kult des Eros, Jan Opsomers Beitrag über die Rolle des Eros in Plutarchs Psychologie und Werner Jeanronds Vergleich von Plutarchs Liebesgott mit dem Neuen Testament hervor.
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