Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2000
Äußerst streng geht die Rezensentin Sabine Brandt in ihrer Kritik mit Anna Seghers ins Gericht, der die neu gegründete Anna Seghers-Gesellschaft hier ein Jahrbuch widmet. Humanität und kommunistische Parteigenossenschaft hätten sich bei ihr nur in der Zeit der Emigration verbunden, nicht aber in den fünfziger Jahren in der DDR, als sie sich - so Brandt - nur anpasste und nichts gegen Stalins antisemitische Kampagnen und die Verfolgung von Freunden sagte. Das Jahrbuch weiche dem Problem zwar nicht aus, aber handle es "in hygienischem Abstand" sozusagen stellvertretend an der Dichterin Elisabeth Langgässer ab, die ihre "dreivierteljüdische" Tochter Cordelia Edwardson den Nazis opferte, um ihre "vierteljüdischen" Halbgeschwister zu retten - es geht also um die Gleichzeitigkeit von Oper- und Tätertum in Diktaturen. Am meisten lobt Sabine Brandt an dem Band die hier abgedruckte Rede Christa Wolfs, die sich beiden Fällen in ihrer Dankrede für den Langgässer-Preis behutsam annähere.
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