Aus dem Hebräischen von Barbara Linner. Libby, Offizierin der israelischen Armee und Verhörspezialistin, nimmt sich nach einer beunruhigenden Begegnung mit einem mutmaßlichen Terroristen Urlaub von der Armee und fährt zu ihrem Großvater Dave in den Kibbuz. Dort stößt sie auf das Tagebuch ihrer Urgroßmutter Eva und taucht fasziniert in ihre Welt ein. Eva war eine starke, lebenslustige Frau, die in den frühen dreißiger Jahren Kibbuz, Mann und Kind verließ und in Berlin als Tänzerin auftrat, bevor sie floh.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2021
Rezensent Jakob Hessing ist positiv überrascht von Joshua Sobol als Romanautor. Der Roman des Dramatikers von 2017 erzählt laut Hessing ein jüdisches Familienepos über vier Generationen und zugleich israelische Geschichte. Die Art, wie Sobol seinen Text anlegt, als Spurensuche einer jungen Israelin, die sich über Tagebücher die Lebensgeschichte ihrer Urgroßmutter aneignet, formal umgesetzt laut Hessing als "vielschichtige Inszenierung" von Orten und Zeiten (die bis ins Berlin Bertolt Brechts reicht), scheint dem Rezensenten Sobol wiederum als Prosa schreibenden Bühnenautor auszuweisen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.04.2021
Rezensentin Sigrid Brinkmann liest Joshua Sobols Roman als Appell an Israelis und Palästinenser sich für den jeweils anderen zu interessieren. Sie selbst unterhält sich derweil prima mit Sobols andeutungsreichem, lebendigem Gewebe aus unterschiedlichen Lebensgeschichten um eine junge Israelin, das tief in die Geschichte Israels führt. Die hohe Kunst des Dramatikers und Romanciers Sobol erkennt sie in der Figurenzeichnung wie in der Verschränkung von Gestern und Heute.
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