Aria Aber

Good Girl

Roman
Cover: Good Girl
Claassen Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783546100960
Gebunden, 400 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Aria Aaber. Nila ist jung, begabt und voller Sehnsucht nach dem Leben. Sie schlingert zwischen Clubs, Plattenbauten und Freunden, die den Sozialismus predigen, bis sie den amerikanischen Schriftsteller Marlowe Woods kennenlernt, der ihr großzügig die Tür zur Welt der Kunst und Mäzene öffnet. Doch bald schon folgen Ansprüche und Forderungen, die die Grenzen des Erträglichen für Nila weit überschreiten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2025

Mehr Requisite als Roman ist dieses Buch von Aria Aber, hält Rezensentin Juliane Liebert ein wenig enttäuscht fest: Die Protagonistin Nilab geht ziemlich viel feiern und nimmt ziemlich viele Drogen. Dass das nicht wirklich spannend, sondern im Gegenteil ziemlich ermüdend oder gar "zum Sterben fad" ist, liegt für Liebert an der wahnsinnigen Stereotypie, mit der solche Szenen erzählt würden. Auch das durchgängige Name dropping von Deleuze bis David Bowie geht Liebert auf die Nerven: Sie hat den Eindruck, das Buch diene vor allem dazu, als Leserin signalisieren zu können, Hochkultur zu konsumieren und einer bestimmten Schicht anzugehören. Schade eigentlich, meint sie, denn Abers Schilderungen zu Heimat, Migration und deren Verleugnung findet sie durchaus überzeugend. Ein strengeres Lektorat und fleißige Kürzungen hätten dem Buch gutgetan, mutmaßt Liebert.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 22.03.2025

Ok, gut, dies Buch ist mal was Besonderes, die Autorin ist es auch: "All das Hässliche ist wahr", heißt es in dem Buch über die Gropiusstadt, wo die Erzählerin des Romans aufwuchs - aber sowohl Buch, als auch Autorin haben einen rauen und düsteren Glamour, der die Rezensentin Hannah Lühmann voll und ganz gefangen nimmt. Die Erzählerin ist wie die Autorin afghanischer Herkunft, aber ihr Roman ist weit mehr als die übliche Migrantenliteratur, versichert Lühmann. Dafür sorgt erstens die lässige und zugleich brillante Erzählweise, zweitens die Autorin selbst, die inzwischen längst in Los Angeles lebt und auf englisch Gedichte schreibt, wofür sie im Guardian und in der New York Times gefeiert wird - und in der Vogue ganze Strecken erhält! Ihren ersten Roman hat sie selbst auf Deutsch übersetzt. Also, Lühmann ist berauscht: Es geht um Berlin, um Drogen, das Berghain und Sex. Radikal!

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