Die erste ausführliche deutschsprachige Studie zum rumänischen Holocaust schildert die sozialen Logiken und kulturellen Praxen der Gewalt gegen Juden und Roma in Rumänien zwischen 1940 und 1944. Armin Heinen beschreibt Gewalt als "kommunikativen Akt", als nachvollziehbare Entäußerung, deren Bedeutung sich durch Vergleich mit Sinnzuschreibungen in anderen kulturellen Kontexten entschlüsseln lässt. Der Autor unterscheidet dabei fünf verschiedene Szenarien der Gewalt: diktatorische Gewalt, faschistische Gewalt, militärische Gewalt, Polizeigewalt und kollektive Gewalt. Im Nebeneinander von "Normenstaat", "Maßnahmestaat" und "Behemoth" liege, so Heinen, die Erklärung für das Überleben der Juden im Altreich und für den vielfachen Tod der Juden in den Ostprovinzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2008
Renate Nimtz-Köster würdigt Achim Heinens Arbeit über die Vernichtung der Juden in Rumänien als die "erste erste ausführliche deutschsprachige Studie" zu diesem Thema. Sie attestiert dem Historiker, die in Rumänien lange Zeit verdrängte eigene Verantwortung für die Verfolgung und Ermordung der Juden klar herauszuarbeiten. Deutlich wird für sie, dass Rumänien, das im Unterschied zu Weißrussland, Polen, Ungarn oder Frankreich nicht von deutschen Truppen besetzt war, keineswegs unter Zwang handelte, sondern die nationalsozialistische Politik von sich aus nachahmte. Anhand von erst heute umfassend vorliegenden Quellen zeige Heinen die Täter und ihre Motive. Besonders unterstreicht Nimtz-Köster die Darstellung von Ion Antonescus eher "subtilem" Beitrag zum Morden.
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