Vater, Mutter und drei Kinder in der pfälzischen Provinz der Achtzigerjahre. Der Autoverkäufer Jürgen und seine Frau Jutta sind verschuldet, aber glücklich. Als auf einmal das "große Geld" da ist, wandert die Familie fluchtartig nach Südfrankreich aus. Dort leben vor allem die drei Geschwister wie im Paradies, doch die Eltern benehmen sich immer seltsamer - bis ein Zufall enthüllt, dass der Vater ein Hochstapler ist. Er hat das Geld unterschlagen und bereits aufgebraucht, als sich die Schlinge enger zieht. Im letzten Moment flieht die Familie vor dem Zugriff der Behörden und die Jagd durch Europa geht weiter.
Eine eher traurige als lustige Hochstaplergeschichte hat Rezensent Ijoma Mangold in Arno Franks autobiografischem Roman "So, und jetzt kommst du" gelesen. Der Journalist erzählt ihm hier von den Betrügereien seines Vater, dessen Scheinwelt seinen Kindern von klein auf immer neue Lügen abverlangte. Wie Frank das von gelegentlichen Intelligenzschüben erleuchtete infantile Wesen des Vaters und dessen "erbärmliche Triumphe" schildert, hat den Kritiker fasziniert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2017
Oliver Jungen kann sich der Rasanz von Arno Franks autobiografischem Roman "So, und jetzt kommst du" nicht entziehen. Der Journalist erzählt hier aus der jugendlichen Ich-Perspektive von der traumatischen Geschichte seiner Kindheit, die in den Siebzigern mit etwas viel "Käseigel-Poesie" beginnt, bald aber zu einer zwischen Beklemmung und jugendlicher Relaxtheit mäandernden Wirklichkeitsflucht heranwächst: Jungen folgt Franks fünfköpfiger Roman-Familie auf einer Odyssee quer durch Europa - immer auf der Flucht vor der Polizei, nachdem der Vater eine stattliche Geldsumme veruntreut hat - und landet nach Stationen zwischen Luxus und Armut schließlich wieder in einem Versteck in Deutschland. Während der Kritiker die "starken" Bilder des Romans lobt, erscheint ihm Franks Schreibe bisweilen zu journalistisch. Darüber hinaus gerät ihm das Buch stellenweise zu symbolisch, der "ästhetische Mehrwert" bleibt hingegen gering. Nichtsdestotrotz hat der Rezensent diese abenteuerliche "Retro-Reportage" gern gelesen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.04.2017
Alex Rühle versichert: Dieses Debüt ist eine Wumme des Wahnsinns. Was Arno Frank in seinem Hochstaplerroman aus seinem Leben erzählt, lässt Felix Krull wie einen Wohltäter aussehen, meint er. Die zwischen 1977 und 1986 spielende Geschichte um einen steil aufsteigenden und umso tiefer fallenden Lebemann, erzählt aus Sicht des Sohnes, serviert der Autor dem Rezensenten in einem "hinreißenden" Ton, "beschreibungsstark" wie die Steilvorlage zu einer Verfilmung, rührend und bestürzend zugleich, wie Rühle erklärt. Dass der Leser von Anbeginn ahnt, dass die Geschichte nicht gut ausgeht, nimmt laut Rühle nicht die Freude am Buch.
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