Thomas Klupp

Wie ich fälschte, log und Gutes tat

Roman
Cover: Wie ich fälschte, log und Gutes tat
Berlin Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783827013668
Gebunden, 256 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Weiden ist eine Vorzeigekleinstadt: Die Wirtschaft brummt, von den Lady-Lions gibt es Charity-Barbecues für Flüchtlinge, die Oberschule ruft eine Leistungsinitiative in den MINT-Fächern aus, die Tennisjugend gewinnt das Landesfinale, und mit dem neuen Schuljahr prangt von jeder Wand ein Antidrogenplakat der Champions mit dem Slogan: "Geh ans Limit! Ohne Speed!". Benedikt Jäger und seine Kumpels Vince und Prechtl sind nicht nur mittendrauf zu sehen, sie stecken auch mittendrin in dieser schönen Welt, die alle Abgründe vertuscht: Die Nächte feiern sie exzessiv im "Butterhof", wie sie ihre Schulleistungen am neuen Evaluierungssystem vorbei vor den erfolgsgierigen Eltern verbergen, steht in den Sternen. Und dass die Lady-Lions ausgerechnet Crystal-Mäx, den Unterweltkönig und berüchtigten "Butterhof"-Betreiber, mit einer Finanzspritze beim Bau von Flüchtlingswohnungen unterstützen, macht die Lage noch unübersichtlicher ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2018

Christoph Schröder empfiehlt dem am Hildesheimer Schreibseminar ausgebildeten Thomas Klupp, endlich einen erwachsenen Roman zu schreiben. Was Klupp hier vorlegt, genügt den Ansprüchen des Rezensenten weder inhaltlich noch sprachlich. Etwas Ähnliches wie Klupps autobiografisch grundierte Geschichte um einen 15-jährigen Lügenbaron aus Weiden in der Oberpfalz, um Schulstreiche und ums Kiffen hat Schröder schon in den Paukerfilmen der 60er flotter erzählt bekommen. Der krampfige Jugendsound, der im Buch auch noch kontrast- also reibungslos daherkommt, geht Schröder mächtig auf die Nerven.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2018

Rezensent David Hugendick fühlt sich mit Thomas Klupps neuem Roman über einen jugendlichen Hochstapler, dessen Mitmenschen ihre Lebensläufe ebenso fantasievoll aufpolieren wie er selbst, etwas unterfordert. Man beobachtet hier den Schüler Benedikt dabei, wie er bei Klausuren betrügt und sein eigenes Leben zur Sensation aufbauscht, erzählt der Rezensent. Die Darstellung der reichen Provinz als Sammelbecken der Eitelkeiten war Hugendick zu wenig neu und auch die Jugendsprache des pubertären Erzählers, "der sich manisch an seinem Wortvorrat besäuft", ging ihm nach einiger Zeit trotz Authentizität "krass" auf die Nerven.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2018

In Thomas Klupps neuem Roman beschreibt der sechzehnjährige Schüler Benedikt, wie er durch raffinierte Hochstapelei zu seinen guten Noten kommt, erzählt gut gelaunt Rezensentin Sandra Kegel. Aber auch die anderen Bewohner der "Provinzhölle" Weiden, betreiben ständig kreatives "impression management", etwa wenn der örtliche Tennisclub eine imagefördernde Benefizveranstaltung für Flüchtlinge organisiert, die angeblichen Profiteure dann aber nur als Servicepersonal daran teilhaben lässt, so Kritikerin. Der jungen Benedikt durchschaut das Spiel und lernt schnell. Trotzdem kommt es immer wieder zu irrwitzigen Verwicklungen, die den munteren Helden doch ganz schön ins Schwitzen bringen. Die bitterbösen Pointen des Romans haben Kegel nicht nur ungemein amüsiert, sie haben ihr auch gezeigt, dass zwischen Marketing und Betrug heute kaum mehr zu trennen ist.
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