Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten. Zwischen real und digital: Wo bleibt da die Liebe?
Was passiert, wenn die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen? Wenn das Lesen im Netz das tatsächliche dominiert? Mit seinem unverwechselbarem Sinn für Humor und seinem scharfen Blick fürs Detail geht Arnon Grünberg in seiner Novelle genau diesen Fragen auf den Grund. Lillian, Anfang zwanzig ist ein weiblicher Nerd. Sie wohnt noch bei ihren Eltern, ist übergewichtig und alltagsuntauglich. Ihr wahres Leben findet im Netz statt. Dort sind auch ihre Freunde, der wichtigste ist Banri Watanuki. Das Chatten mit ihm hilft Lillian, auch in der Außenwelt besser zurechtzukommen. Sie lebt ein fast normales Leben, bis sie eines Tages glaubt, in ihrem Kollegen Seb ihren Cyber-Freund Banri Watanuki wiederzuerkennen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2017
Jörg Magenau spürt seinen Hirnströmen nach beim Lesen von Arnon Grünbergs aberwitziger Liebesnovelle um Computernerds hoch drei. Die Wirklichkeitstreue der Beschreibungen aus dem Milieu der Tastenautisten verblüfft ihn, ebenso die Abgründigkeit der Geschichte, deren Wahrheitsgehalt er bald nicht mehr vom Wahn unterscheiden kann. Ein Stück Literatur aus dem Cyber-Labor, meint Magenau.
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