Aus dem Schwedischen von Astrid Arz. Profitgieriger schwedischer Galerist, der für Geld über Leichen geht, trifft auf kenianischen Massai-Krieger, der nicht genau weiß, was Geld ist, dafür aber ein millionenschweres Gemälde besitzt, das von der deutsch-afrikanischen Künstlerin Irma Stern stammen könnte …
Rezensentin Birgit Morgenrath zeigt sich entsetzt über den Erfolg von Jonas Jonassons Roman über einen Kenianer in Stockholm. Ihrer Meinung nach werden der afrikanische Kontinent und seine Bewohner durch Jonassons ironischen Stil lächerlich gemacht. Der Autor käut nicht nur sämtliche Afrika-Klischees wider, von der vermeintlichen Polygamie und der vitalen Rohheit der Menschen bis zu ihrer Ahnungslosigkeit. Dass Jonasson mit kolonialistischen Begriffen hantiert, macht ihn für Morgenrath allerdings selbst zu einem naiven Zeitgenossen. Was es bedeutet, wenn so ein Buch zum Spiegel-Bestseller wird, malt sich die Rezensentin mit Schrecken aus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2020
Rezensent Christian Mayer mag die Atemlosigkeit von Jonas Jonassons Romanen, wird aber mit dem neuen Werk des schwedischen Autors nicht glücklich. Das liegt zum einen an der Story um Kevin, den sein Vater nach Kenia lockt, da er den mit einer schwarzen Prostituierten gezeugten "Bastard" loswerden möchte. Kevin wird von einem kenianischen Medizinmann adoptiert, wird zum Massai, flieht vor der rituellen Beschneidung zurück nach Schweden, um sich an seinem leiblichen Vater, einem Kunsthändler zu rächen, resümiert der Kritiker und fragt sich: Hat Jonasson von den aktuellen Debatten um Rassismus und kulturelle Aneignung nichts mitbekommen? Oder soll der Roman eine "Gesellschaftssatire" sein, die die political correctness aufspießt? Wie dem auch sei - auch erzählerisch überzeugt das Buch den Rezensenten nicht: Ein paar witzige Momente können nicht über "flache Figuren" und die konfuse Handlung hinwegtrösten, winkt er ab.
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