Im Irak ist er allgegenwärtig: Diktator Saddam Hussein. Auch Ashti Marben ist als junges Mädchen von ihrem Staatspräsidenten fasziniert. Voller Bewunderung schreibt sie ihm zahllose Briefe. Die Belohnung: ein persönliches Treffen. Ashti lässt sich von seinem Charisma, seinem Palast und seiner Macht blenden. Bereits als 16-jährige Schülerin stürzt sie sich in ihr Engagement bei der Baath-Partei. Doch sie erlebt auch Angst und Schrecken der jahrelangen Kriege, sieht, wie unzählige sterben - und sie verliert ihren Verlobten während des Golfkrieges. Die Menschen ihres Landes müssen immer mehr Leid und Armut ertragen. Ashti Marben wacht auf und schlägt einen lebensgefährlichen Weg ein: Sie wagt es, den Diktator öffentlich zu kritisieren. Schon bald wird sie denunziert und gerät in die Fänge des irakischen Geheimdienstes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.08.2003
In ihrer Lebensgeschichte "Im Schatten des Diktators" sucht Ashti Marben die Faszination, die Saddam Hussein zeitweise auf viele Iraker ausübte, auch für andere verständlich zu machen. Das gelingt Marben - sie schwärmte selbst lange für Saddam und engagierte sich wegen ihm der Baath-Partei, bevor sie sich entsetzt von ihm abwandte, um ins Exil zu gehen - zum Bedauern von Yvonne Holl nur "ansatzweise". Vor allem die Diskrepanz in der Beschreibung der Person Ashti Marben stört Holl. Einerseits schildere sich Marben als aufgeweckt und ungeheuer mutig, andererseits schreibe sie, dass sie nur der Partei beigetreten sei, um eine Audienz bei Saddam zu bekommen. Für Holl verliert die Geschichte dadurch an Glaubwürdigkeit. Zudem moniert sie eine ganze Reihe von sprachlichen Mängeln (unpräzise Ausdrücke, Zeitsprünge und Grammatikfehler), die die Lektüre erschwerten.
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