Lateinisch-deutsch. Herausgegeben und eingeleitet von Johann Kreuzer. Erscheint laut Verlag im Januar 2002. De trinitate ist Augustinus' religionsphilosophisches Hauptwerk. Sein zentraler Gegenstand ist die philosophische Rekonstruktion des Mythologems der Trinität. Dies geschieht insbesondere durch Formen der Selbstreflexion des sich in seiner Endlichkeit begreifenden Geistes. Augustinus knüpft hier an neuplatonische Vorgaben an, verfährt aber zugleich in geradezu modern anmutender Weise bewußtseinsphilosophisch. Die zweisprachige Ausgabe versteht sich als Studienausgabe. Sie bietet nicht alle fünfzehn Bücher von De trinitate, sondern beschränkt sich bewußt auf die geisttheoretisch und bewußtseinsphilosophisch zentralen Bücher VIII-XI, XIV und XV sowie in einem Anhang Buch V, das in relationstheoretischer Hinsicht wichtig ist. Die Einleitung markiert den philosophiegeschichtlichen Ort von De trinitate und benennt Frage- und Problemstellungen dieses Werks.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.12.2001
Otto Kallscheuer hält es für unumgänglich, sich bei der Suche nach den "Wurzeln westlicher Subjektivität" mit Augustinus zu beschäftigen. Deshalb begrüßt er begeistert das Erscheinen des Hauptwerks des heiligen Augustinus, zumal es seit über 50 Jahren die erste Neuübersetzung sei. Den Herausgeber lobt der Rezensent für seine "kundige" Einführung zu dem Band, und er betont, dass sich die "spekulative Philosophie" beispielsweise eines Hegels nur verstehen lässt, wenn man ihre Voraussetzungen bei Augustinus kennt, weshalb er das Buch jedem interessierten Leser ans Herz legt.
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