Herausgegeben von Rolf Schönberger. Thomas von Aquin ist der Denker des Mittelalters, der die am längsten anhaltende Orientierung geboten, die intensivsten historischen Interessen auf sich gezogen und - neben seiner Bedeutung als Kirchenlehrer - für die vielfältigsten denkerischen Konzeptionen Pate gestanden hat und dessen Werk daher noch heute auf praktisch allen Feldern philosophischer Problemstellungen Anregungen zu geben vermag. In den "Quaestiones disputatae", seinem in philosophischer Hinsicht bedeutendsten und "gründlicheren" Werk (Kurt Flasch), geht es Thomas - anders als etwa in der "Summa theologiae" - nicht um den Vortrag der eigenen Lehrmeinung, sondern um die möglichst umfassende Disputation (Erörterung) von Sachfragen unter Einbeziehung des Für und Wider vor dem Hintergrund überlieferter Auffassungen nach der Maßgabe der intellektuellen Vernunft. Abgehandelt werden die großen Grundthemen der Metaphysik und Erkenntnislehre, die den Menschen bewegen: Was ist Wahrheit, was Vermögen und (göttliche) Macht, was Tugend, und was ist die Seele?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.04.2012
Hoch erfreut ist Norbert Fischer über diese "magistrale" neue Ausgabe der Quaestiones Disputatae des Thomas von Aquin (1224-1274), in deren Rahmen bisher die Bände "Über Gottes Vermögen/De potentia Dei" und "Vom Übel/De malo" erschienen sind. Die Lektüre der "Quaestiones" führt für ihn einmal mehr vor Augen, dass sich Thomas weder machtpolitisch instrumentalisieren lässt noch als Kulturpessimist taugt. Auch die Diskreditierung des Theologen und Philosophen durch Kant kann er nicht stehen lassen. So hebt er hervor, dass Thomas ein Selbstdenker war, und empfiehlt die Lektüre "Quaestiones" auch zur "Selbstdiagnose", gerade weil sie andere Sichtweisen vermitteln als die in der Gegenwart üblichen.
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