Übersetzt aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Man hält ihn für zurückgeblieben, weil er scheinbar nicht hört und nicht spricht. Fachleute nennen ihn einen "Autisten". Doch der Junge kann sehr wohl hören; sogar lesen und schreiben kann er. Es geht ihm nur alles immer viel zu schnell. Sein großer Bruder Kobi versteht ihn. Er selbst redet auch nicht viel, schon gar nicht mit den Eltern. Darum sind die auch so überrascht, als er verschwindet. Völlig verändert kehrt Kobi zurück. Er trägt jetzt in der größten Hitze schwarze Anzüge, liest stundenlang in heiligen Schriften...
Ausgesprochen beeindruckt bespricht Rezensentin Angelika Ohland dieses israelische Jugendbuch, das ihren Informationen zufolge aus der Sicht eines stummen Jungen geschrieben ist. Denn es lieferte der Rezensentin nicht nur interessante und bewegende Innenansichten einer existenziellen Einsamkeit und ihrer Bewältigung, sondern darüber hinaus auch noch eine spannende äußere Geschichte. Der Bruder des Jungen nämlich gerate aus einem säkularen Elternhaus zunehmen in die Fänge Ultraorthodoxer, wodurch sich das Motiv der Fremde und Kommunikationslosigkeit noch einmal im "normalen" Leben wiederhole. Ansonsten gebe die "Sprache des Sprachlosen" in diesem Buch den Ton an, das Staunen über die Wörter und auch das Ungesagte, dass sich lediglich in einem "inneren Gesang" Ausdruck verschaffen könne.
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