Miriam kann die Ferien kaum erwarten: Sie ist nämlich zu einer palästinensischen Familie nach Jerusalem eingeladen. Vor der Ankunft ist sie furchtbar aufgeregt, doch die Haddads nehmen sie freundlich auf, und Miriam versteht sich ausgezeichnet mit ihren Feriengeschwistern. Amal und Ibrahim, die beiden ältesten, unternehmen mit ihr Streifzüge durch die verwinkelten Gassen der Altstadt. Miriam ist begeistert von der Gastfreundschaft, die sie überall erfährt. Als sie jedoch ihren neuen Freunden Debbie vorstellen will, ein jüdisches Mädchen, das sie im Flugzeug kennen gelernt hat, erntet sie nur Ablehnung. Plötzlich gerät sie zwischen die politischen Fronten und erlebt ein Abenteuer, das mit einem verschwundenen Adresszettel beginnt...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2002
Vera Zingsem schickt Miriam, ihre 12-jährige Protagonistin, nach Jerusalem, wo sie als Gast einer palästinensischen Familie wohnt und die Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern aus nächster Nähe miterlebt. Vor allem geht es der Autorin (in ihrem ersten Jugendroman) um "Alltagsschilderungen" und die sind ihr, findet Mona Clerico, "ebenso abwechslungsreich wie informativ" geraten. Bald schon geht sie selbst im Schlafanzug zum Bäcker und an die Rufe des Muezzins gewöhnt sie sich auch. Deutlich mehr Probleme hat sie mit der grassierenden Frauenfeindlichkeit, Spannung kommt auf, als Miriam ihrer Gastfamilie die Jüdin Debbie vorstellt. Zingsem ist von Haus aus Theologin und Pädagogin, ihr erster Roman aber ist ihr, lobt Clerico, "durchweg gelungen". Sie wahrt die Balance zwischen "Abenteuergeschichte" und "Vermittlung von Fachwissen" und plädiert für Vernunft und Frieden.
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