Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. "Kein Deutscher wird dieses Haus je betreten!", hatte Menachem zu seinem Sohn gesagt, der "die Deutsche" geheiratet hat. Für die Holocaust-Überlebenden Menachem und Nechamke Silber, die in Israel ihre Heimat gefunden haben, ist eine solche Verbindung unvorstellbar. Doch nach dem Tod Menachems steht plötzlich Gil, der "deutsche" Enkel, vor Nechamkes Tür, und sie kann gar nicht anders, als ihn freundlich aufzunehmen. Diese Begegnung wühlt die ganze Familie auf. Und dann besteht auch noch der Verdacht, Gil könnte der unbekannte Tote eines Busunglücks sein. Gleichzeitig fürchtet Nechamke, ihr israelischer Enkel sei bei seinem Militäreinsatz ums Leben gekommen. In beiden Fällen stellt sich die Befürchtung als unbegründet heraus - und die Familie findet wieder zusammen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2012
Christine Knödler ist sehr angetan von Avram Kantors neuem Jugendbuch "Schalom". Der Autor schafft es, sich literarisch dem Nahostkonflikt zu nähern und eine "poetische Vision" vom Frieden zu schaffen - und das ganz ohne zu moralisieren, verspricht sie. Er schreibt die Geschichte zweier Holocaust-Überlebender, Nechama und Menachem, die nach Israel ausgewandert sind und dort eine Familie gegründet haben. Von den Details ihrer Vergangenheit wird nicht nur innerhalb der Familie sondern auch dem Leser gegenüber geschwiegen, berichtet die Rezensentin. Als einer der Söhne sich in eine Deutsche verliebt, kommt der unausgesprochene Groll aber zum Vorschein und es kommt zum Zerwürfnis, das erst mit der nächsten Generation wieder in Lot gebracht werden kann, fasst Knödler zusammen. Kantor zeigt, wie schwierig es schon im Kleinen ist, vergangene Verbrechen zu vergeben, erklärt die Rezensentin, die trotzdem Hoffnung auf eine Zukunft schöpft, in der Friede möglich ist.
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