Ayman, ein junger Syrer, erzählt seine Geschichte, die einem den Atem nimmt. Er spricht von den Bombardements durch das eigene Regime, von Folter, die er und andere erlitten haben, von Gefangennahme durch den IS. Und als nichts mehr zu erwarten war als der Tod, flieht er. Es ist kaum vorstellbar, wie ein Minderjähriger die grauenvollen Verhältnisse in seinem Land, die Gefahren auf dem Weg, die Gerissenheit von Schleppern, die Entbehrungen auf der langen Strecke in ein fremdes Land, von denen er 1.400 km zu Fuß zurücklegt, ertragen kann. Seine Geschichte zeigt aber auch, was ein Jugendlicher mit großer Wissbegierde und Durchhaltevermögen im Stande ist zu bewältigen. Und sie kann Mut machen, auch in scheinbar hoffnungslosen Situationen Wege zu finden zu überraschenden Zielen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2019
Moritz Baumstieger hätte dem Autor einen Lektor gegönnt. Das ändert aber nichts daran, dass er Ayman Hasans sehr subjektive Aufzeichnungen von seiner Flucht aus Syrien nach Deutschland für lesenswert hält. Hasans unbehauene Sprachkunst und die inhaltlichen Ungenauigkeiten im Buch findet Baumstieger durchaus charmant. Schließlich handelt es sich nicht um ein Standardwerk über den syrischen Bürgerkrieg, gibt er zu bedenken. Die Gefühlswelt eines jugendlichen Flüchtlings aber vermittelt der Text laut Rezensent "unverstellt", ohne Ghostwriter und dramaturgische Effekthascherei.
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