Aus dem Arabischen von Sandra Hetzl. Aref Hamzas Sprache wirkt klar und scheinbar einfach. Doch immer wieder rüttelt er uns mit unerwarteten Wendungen auf, die ein dunkles Schelmentum verraten. Trotz des starken Aktualitätsbezugs - dem Krieg in Syrien, den Erfahrungen von Flucht und Exil - erschafft Hamza Zeile um Zeile poetische Bilder, treffende Überzeichnungen und schockierende Einsichten. Sein Material sind die Bitterkeit und die Unerträglichkeit des Krieges: der Abschied von einer geordneten Welt, die Zerstörung der Körper, die Verwüstung der Seelen und selbst die Verformung der Dinge und ihrer Bedeutungen. Wie ein Kaleidoskop öffnen seine Gedichte einen vielschichtigen Blick auf die Spiegelungen dieser Trümmer im Ich.
Alles an diesen blitzartigen Bildern ist Innerlichkeit. Extreme Nahaufnahmen auf kleine Ereignisse oder Dinge, auf Alltägliches - eine Hand, ein Blick in eine Schub- lade - geben den Texten trotz aller Kürze eine fast gespenstische Langsamkeit. Das trifft vor allem auch auf die später entstandenen Gedichte zu, in denen er sich mit der Situation als Flüchtling im Exil, mit dem Verlust der Sprache, mit der Einsamkeit und der ihm zunächst unbekannten Welt auseinandersetzt. Auch hier tastet er seine Umgebung nach Bildern ab, die ihm zum Pendant seiner eigenen Leere und Verlorenheit im fremden Land werden.
Aref Hamza gibt mit seinen Gedichten tiefe existenzielle Einblicke in das Schicksal derjenigen, die von Gewalt und Elend aus ihrer in eine neue, unbekannte Welt vertrieben worden sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2018
Angela Schader entdeckt wahre Geniestreiche unter den Gedichten des aus Nordsyrien stammenden Dichters Aref Hamza. Wie der Autor in diesen von Sandra Hetzl laut Schader stimmig übersetzten Texten die Brutalisierung in seinem Land, das Drama von Krieg und Flucht in Worte fasst, mit minimaler Geste und Sinn für das Absurde, mal aphoristisch, mal in Form einer Miniaturerzählung, nie anklagend, schlicht, aber nachdrücklich, hat Schader beeindruckt. Bitterböse bis tiefschwarz scheint ihr die Sprache, aber nie zynisch.
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