Aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns. Wie in ihrem längst zum Kultbuch gewordenen Roman "Kitchen" ist "Amrita" die Geschichte einer ungewöhnlichen "Wahl"-Familie, zusammengehalten von der Trauer um einen geliebten Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2001
Kein gutes Haar lässt Stefan Maus an diesem Band und hatte sichtlich Mühe, diese - seiner Ansicht nach - Mischung zwischen Soap-opera, "New-Age-Hokuspokus" und Schulmädchengeschwätz bis zum Ende durchzuhalten. Eine Richtung kann er in diesem Roman ebenso wenig erkennen wie eine irgendwie geartete Form von Tiefgang oder stilistischem Geschick. Nicht einen einzigen positiven Aspekt kann der Rezensent hier benennen, und dass die Autorin es in Japan zu enormer Popularität gebracht hat, scheint ihm einigermaßen unverständlich. Zwar ist er der Ansicht, dass zumindest theoretisch die "Bilderwelt der Shojo-Mangas für Mädchen (...) durchaus amüsant" hätte ausfallen können. Doch nicht einmal das sei der Autorin gelungen. Und so stellt sich Maus genervt die Frage, wann der Leser denn angesichts der Veröffentlichung dieses Romans mit einer "sechshundertseitigen Pokemon-Saga in bibliophiler Dünndruck-Ausgabe" zu rechnen habe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.01.2001
Ein bisschen mühsam findet Volker Sielaff diesen neuen Roman der japanischen Autorin Banana Yoshimoto. Die Handlungsstränge sind diesmal weit unübersichtlicher sind als in ihren letzten Büchern, klagt er. Zuviel "pubertäre Sentimentalitäten" muss sich der Leser antun, bevor er die Figuren kennen gelernt hat. Das potentiell Zauberhafte an dem Buch, das "aus dem reichen Fundus der traditionellen japanischen Geistererzählung" schöpft, werde durch Okkultes überschattet. Auch stilistisch hat Sielaff an der Erzählung einiges auszusetzen, ist sich aber nicht sicher, ob das Schuld der Erzählerin oder der Übersetzerin ist. Trotzdem hält das Buch für Sielaff Entdeckenswertes bereit, beispielsweise die Figur des kleinen Bruders der Protagonistin. Der Rezensent rät dem Leser zu Geduld: "Man braucht einen langen Atem für dieses Buch".
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