Am Anfang war das Nichts. Ein Lebewesen, das sich nicht rührte, nicht schrie. Bis die Großmutter weiße Schokolade aus Belgien brachte. Da wurde das Wesen zum Menschen. Zum Kleinkind im japanischen Garten Eden. Doch mit drei Jahren wird es aus dem Paradies vertrieben - von drei Karpfen.
Amelie Nothomb, drittes Kind eines belgischen Diplomatenpaares, erzählt in diesem Band über ihre frühesten Kinderjahre, berichtet Brigitte Werneburg. In denen hatte sie sich nämlich entschlossen, wie "Gott" einfach nur zu existieren und außer Essen und Verdauen keine weiteren Aktivitäten zu zeigen. Zumindest bis zum zweiten Lebensjahr, danach, referiert die Rezensentin über den Inhalt, nahm auch das Leben der Amelie einen normalen Lauf, mit allen Höhen und Tiefen. Über diesen ganzen Prozess schreibe die Autorin, lobt die Rezensentin, "schmerzhaft komisch", und zwar deswegen, weil Nothomb ihre "unverschämte Selbstverliebtheit" durchaus erkennen lasse.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2002
Die Beschreibung des ozeanischen Welten-Ich-Gefühls aus der Perspektive eines Mädchens in seinen ersten drei Lebensjahren, gefällt Alex Rühle sehr. Amelie Nothomb, die schon einen "urkomischen" Roman über das Seelenleben einer Siebenjährigen verfasst habe, beschreibe wunderbar "den naiven Größenwahn des kleinen Mädchens" in seiner "Mischung aus Narzissmus und Weltzentrumsglaube". In ihrer Verzweiflung über die Passivität ihres dritten Kindes, haben es die Eltern "Pflanze" genannt, bis die Großmutter es mit einem Stück Schokolade zum Leben erweckt. Das Kind verfalle darauf in eine "heideggernde Sprachmystik", so der Rezensent, die erst mit dem Einsetzen der Erinnerung aufhöre.
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