Aus dem Japanischen von Thomas Eggenberg. Ihre Mütter waren Zwillinge, doch die Kinder sind so verschieden wie Tag und Nacht: Shôichi hat ein schönes Zuhause und festen Boden unter den Füßen, während seine Cousine Yumiko ein prekäres Single-Leben in Tokio lebt, voller Angstattacken und in dem Bewusstsein, dass ihr Leben von etwas Dunklem belagert wird, an das sie sich jedoch kaum erinnern kann. Shôichi bringt seine Cousine dazu, sich dieser Vergangenheit zu stellen, und sie begeben sich auf eine Zeitreise zu den Orten ihrer Kindheit, an denen einst Schlimmes geschah. "Ihre Nacht" beschreibt eine unheimliche Grenzerfahrung und deren Bewältigung. Die Geschichte einer Heilung - auch durch die Kraft der Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.06.2012
Nicht anfreunden kann sich Christoph Schröder mit Banana Yoshimotos neuem Roman "Ihre Nacht". Ja, er wirkt sogar ziemlich enttäuscht. Dabei stört ihn weniger die Geschichte um eine junge Frau, die sich durchs Leben treiben lässt, eines Tages ihrem Cousin wieder begegnet und mit ihm zusammen versucht, ein düsteres Familiengeheimnis zu lüften, als die Sprache des Romans. Der "gepflegte Frauenratgeberwohlfühlton", den die Autorin anschlägt, ihre "Selbstfindungs- und Wellnessprosa" geht Schröder sichtlich auf die Nerven. Außerdem passt sie für Schröder nicht zum schrecklichen Familiengeheimnis. Nach einigen ordentlichen Büchern von Yoshimoto scheint ihm "Ihre Nacht" ein ziemlicher Reinfall.
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