Aus dem Japanischen von Katja Busson. Ein gewöhnlicher Mann mit einem gewöhnlichen Namen: Suzuki. 47 Jahre alt, Angestellter. Frühmorgens fährt er aus seinem Vorort nach Tokyo ins Büro, spätabends kehrt er zurück: in den Schoß der Familie, zu Frau und Teenager-Tochter. Sie sind sein ganzes Glück, er würde sie gegen alle und jeden bis aufs Blut verteidigen. Denkt er. Bis eines Tages seine Tochter in einer Karaoke-Box von einem jugendlichen Rowdy brutal zusammengeschlagen wird. Der Schläger, ein bekannter Nachwuchsboxer und als solcher Stolz seiner Oberschule, kommt ungeschoren davon, der Vorfall wird vertuscht. Suzuki stolpert in seiner Verzweiflung mit einem Küchenmesser zur Schule des Schlägers. Und wird dort sogleich entwaffnet. Seine vermeintlichen Gegner aber, Jugendliche, die ihrerseits eine offene Rechnung mit dem Boxer haben, machen Suzuki den verblüffenden Vorschlag, seine gerechte, aber blinde Wut in geordnete Bahnen zu lenken. Sie schlagen einen Kampf vor, Mann gegen Mann. Suzuki gegen den Rowdy.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2013
Bis auf einen ganz leichten Kitschverdacht eine klare Lektüreempfehlung für den Rezensenten Ludger Lütkehaus. Verglichen mit Kazuki Kaneshiros Vorgängerbuch "GO!", das sich ebenso wie dieser Roman auf spannende Weise mit der Diskriminierung der in Japan lebenden Nordkoreaner befasst, findet Lütkehaus den Text sogar vielfältiger. Außer mit gesellschaftlichen Themen befasse sich der Autor nämlich mit der Psychologie seiner Figuren, Stichwort: Mannwerdung. Kleine Längen und den etwas zu frohen Schluss kann der Rezensent dem Autor verzeihen.
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