Dies ist die Lebensbeschreibung einer Frau im 19. Jahrhundert, die unbeirrbar dem äußerlich geregelten, von Krankheit gezeichneten Leben große Literatur abgerungen hat: allen voran ihre eindringlichen Gedichte und Balladen, die große Erzählung "Die Judenbuche", aber auch eine religiöse Dichtung voller dramatischer Zweifel. Im Spannungsfeld zwischen der adlig-frommen Herkunft und dem kritischen politischen Bewußtsein, zwischen der westfälischen Landschaft und der zweiten, südlichen Heimat am Bodensee, nahm die Droste ihre inneren Konflikte und Widersprüche als Herausforderung an: anstatt über Umstände und Rollenzwänge zu jammern, erkämpfte und verteidigte sie beharrlich und listig den Freiraum für ihre schriftstellerische Arbeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Nur die "feministischen Töne" nerven Albert von Schirnding manchmal, ansonsten findet die neue Biografie über Annette von Droste-Hülshoff seine uneingeschränkte Zustimmung. Beys befreie die Dichterin des frühen 19.Jahrhunderts von der Legende, nur passives Opfer der Familie und von stetem Grauen und pathologischer Morbidität geschüttelt gewesen zu sein. Indem Beys die Droste als selbstbewusste Frau zeichnet, die als Kind zusammen mit ihren Brüdern durchaus eine gute Bildung genoss und von der Mutter sogar verständnisvoll gefördert wurde, nimmt sie ihr den Ruch der Märtyrerin, so Schirnding. Außerdem hat Beys Droste-Hülshoffs dichterisches Werk, wie es sich für eine Biografie gehört, "nur im Hinblick auf das Leben herangezogen", vermerkt dankbar der Rezensent.
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