Bardo Fassbender

Der offene Bundesstaat

Studien zur auswärtigen Gewalt und zur Völkerrechtssubjektivität bundesstaatlicher Teilstaaten in Europa. Habil.-Schr
Cover: Der offene Bundesstaat
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2008
ISBN 9783161492181
Gebunden, 495 Seiten, 99,00 EUR

Klappentext

Bardo Fassbender entwickelt den Typus des "offenen Bundesstaats" europäischer Prägung. Diesen sieht er durch eine Öffnung gegenüber der Völkerrechtsgemeinschaft gekennzeichnet, indem seine Teil- oder Gliedstaaten eigene völkerrechtliche Beziehungen zu auswärtigen Staaten und anderen Völkerrechtssubjekten unterhalten können. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der deutsche Bundesstaat von 1867/71, 1919 und 1949, doch finden in vergleichender Analyse auch andere europäische Bundes- und dezentralisierte Staaten, die Europäische Union und - im Kontrast - die USA Beachtung. Der Autor zeichnet die großen Linien der deutschen und ausländischen Rechtsentwicklung seit dem siebzehnten Jahrhundert nach und trägt auf dieser Grundlage auch zur Lösung dogmatischer Probleme des geltenden deutschen Verfassungsrechts bei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2008

Kenntnisreich und mit viel Zustimmung bespricht Christian Hillgruber Bardo Fassbenders Studie zur Wahrnehmung auswärtiger Gewalt "offener Bundesstaaten europäischen Typs". In seiner beeindruckenden Darlegung mache der Autor deutlich, dass entgegen der verbreiteten Annahme, der Bundesstaat müsse auswärtige Gewalt einheitlich wahrnehmen, die einzelnen Teilstaaten laut Verfassung berechtigt seien, völkerrechtlich und diplomatisch eigenständig zu agieren. Der Autor verfolgt dabei die historische Entwicklung des offenen Bundesstaats bis zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zurück, die auch Hillgruber in seiner wohlwollenden Kritik Revue passieren lässt. Nur Fassbenders Einschätzung, der offene Bundesstaat werde seine Fortentwicklung im "europäischen Bundesstaat" erleben, bei praktiziertem "Willen zum Unterschied" der einzelnen Glieder begegnet Hillgruber mit Skepsis, denn er selbst scheint die Tendenz zur Vereinheitlichung in Europa höher einzuschätzen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…