Bardo Fassbender entwickelt den Typus des "offenen Bundesstaats" europäischer Prägung. Diesen sieht er durch eine Öffnung gegenüber der Völkerrechtsgemeinschaft gekennzeichnet, indem seine Teil- oder Gliedstaaten eigene völkerrechtliche Beziehungen zu auswärtigen Staaten und anderen Völkerrechtssubjekten unterhalten können. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der deutsche Bundesstaat von 1867/71, 1919 und 1949, doch finden in vergleichender Analyse auch andere europäische Bundes- und dezentralisierte Staaten, die Europäische Union und - im Kontrast - die USA Beachtung. Der Autor zeichnet die großen Linien der deutschen und ausländischen Rechtsentwicklung seit dem siebzehnten Jahrhundert nach und trägt auf dieser Grundlage auch zur Lösung dogmatischer Probleme des geltenden deutschen Verfassungsrechts bei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2008
Kenntnisreich und mit viel Zustimmung bespricht Christian Hillgruber Bardo Fassbenders Studie zur Wahrnehmung auswärtiger Gewalt "offener Bundesstaaten europäischen Typs". In seiner beeindruckenden Darlegung mache der Autor deutlich, dass entgegen der verbreiteten Annahme, der Bundesstaat müsse auswärtige Gewalt einheitlich wahrnehmen, die einzelnen Teilstaaten laut Verfassung berechtigt seien, völkerrechtlich und diplomatisch eigenständig zu agieren. Der Autor verfolgt dabei die historische Entwicklung des offenen Bundesstaats bis zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zurück, die auch Hillgruber in seiner wohlwollenden Kritik Revue passieren lässt. Nur Fassbenders Einschätzung, der offene Bundesstaat werde seine Fortentwicklung im "europäischen Bundesstaat" erleben, bei praktiziertem "Willen zum Unterschied" der einzelnen Glieder begegnet Hillgruber mit Skepsis, denn er selbst scheint die Tendenz zur Vereinheitlichung in Europa höher einzuschätzen.
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