Aus dem Englischen von Hans J. Balmes. Barry Lopez erzählt von neun Freunden, die in alle Welt verstreut leben. Plötzlich erhalten sie einen Brief von der Regierung, die sie nach ihrer Haltung befragt, doch statt sich zu rechtfertigen, berichten sie von ihrem Leben: In der Wüste stößt eine junge Frau auf eine antike, vom Sand begrabene Oase und spürt die Gegenwart all der Menschen, die ihr Worte für die tausend Formen der Dünen hinterlassen haben. In Buenos Aires beobachtet eine Architektin, wie ihre Familie an Krankheit und Betrug zugrunde geht, doch sucht sie nach einem neuen Verständnis von Mitleid. Ein Grizzly-Bär scheint das Leben eines Mannes heimzusuchen und ihm ein Zeichen zu geben, das in Kiefern über dem Rio de la Plata genauso leuchtet wie in dem Nachthimmel über der Wüste.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.11.2008
Zwiespältig ist Georg Sütterlins Lektüreeindruck von Barry Lopez' jüngstem Buch, in dem der Autor neun fiktive amerikanische Expats - Künstler, Handwerker, eine Landschaftsarchitektin oder Umweltaktivisten - erzählen lässt, gegen welche Tendenzen in den USA sie sich auflehnen und was sie immer wieder in weite Fernen treibt, fasst der Rezensent zusammen. Die Sorge um die Umwelt, die Demokratie oder den Umgang der Menschen miteinander, die diese verschiedenen Ich-Erzähler umtreibt und die in diesen Porträts ihren Ausdruck finden, erscheinen Sütterlin durchaus "respektabel", wie er versichert. Dennoch will ihm der sie einende emphatische Tonfall etwas pubertär erscheinen und der humorlose Weltverbesserungsimpetus geht ihm ziemlich auf die Nerven. Auch literarisch überzeugt ihn Lopez nicht immer, so bemängelt Sütterlin hohle Phrasen oder platte Metaphern. An anderer Stelle aber hat der Rezensent dann wieder eindrucksvolle Bilder und kluge Betrachtungen gefunden, die ihn doch wieder für den Band einnehmen.
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