Die Mehrheit der westdeutschen Bürger stand der Entwicklungshilfe gespalten gegenüber: Natürlich müsse man helfen, aber allzu viel wollte man nicht in dieses "Fass ohne Boden" schütten. In den 1960er Jahren geriet zudem die Umsetzung der Hilfe in die Kritik. Zu den lautesten Stimmen zählten die der "68er". Bonn reagierte mit einer Vielzahl von Reformen, die insgesamt auf eine selbstlosere Hilfe abzielten. Bastian Hein erforscht Verlauf und Scheitern dieses sozialliberalen Projekts, indem er die Grundzüge der Entwicklungspolitik, die Praxis der Entwicklungsdienste und die Haltung der Bevölkerung analysiert. Die Art, wie die Bundesrepublik mit der Dritten Welt umging, lässt Rückschlüsse auf ihre Gesamtentwicklung in den "langen 1960er Jahren" zu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.02.2006
Angesichts der kontroversen Debatten um Sinn und Nutzen der Entwicklungshilfe findet Andreas Eckert die Studie zur Geschichte der deutschen Entwicklungshilfe von Bastian Hein sehr begrüßenswert, und er erhofft sich davon eine "Versachlichung der Diskussion". Der Autor zeichnet die Anfänge der bundesdeutschen Entwicklungshilfe nach dem Zweiten Weltkrieg nach, die sich zu der Zeit noch in weitgehender Abhängigkeit zur amerikanischen Politik befand, und beschreibt dann den Aufbau eines "Systems der staatlichen Entwicklungshilfe", fasst der Rezensent zusammen. Insbesondere auf den 60er Jahren liege das Augenmerk Heins, erklärt der Rezensent, und hier untersuche der Autor auch den Einfluss, den die Studentenbewegung auf den Ausbau der Entwicklungshilfe gehabt hat. Insgesamt wirkt Eckert mit dieser Studie recht zufrieden, nur die Einschätzung des Autors, die 68er hätten die "späteren restaurativen Tendenzen der Entwicklungspolitik" zu verantworten, vermag ihn nicht zu überzeugen.
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