Henning Andresen liefert hier einen Beitrag zu der kontroversen Debatte über Sinn und Zweck von Entwicklungspolitik. Heute geht es den meisten Afrikanern kaum besser als zum Ende der Kolonialzeit. Häufig werden historische und wirtschaftliche Ausbeutung als Gründe der Fehlentwicklungen genannt. Doch ist Afrika wirklich nur Opfer? Der Autor stellt dar, wie schwache Staatlichkeit und hohe Korruption Fortschritte und erfolgreiche Auslandshilfe behindern, und untersucht, ob die Demokratisierung die Regierungsführung verbessert hat. In oft überraschenden Beispielen aus dem afrikanischen Alltag zeigt der Entwicklungsexperte, wo die Konfliktlinien zwischen afrikanischer Soziokultur einerseits und guter Regierungsführung, Entwicklung und erfolgreicher Entwicklungshilfe verlaufen. Er legt detailliert dar, welche negativen Auswirkungen die massive Abhängigkeit von Auslandshilfe über die einzelnen Vorhaben hinaus oft hat, etwa indem sie den Staat noch zusätzlich schwächt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.04.2011
Rezensent Felix Ehring begrüßt Henning Andresens kritische Auseinandersetzung mit Sinn und Unsinn der Entwicklungshilfe für Afrika. Er attestiert dem Autor, in seinem gut zu lesenden Buch die Gründe, warum Entwicklungshilfe immer wieder nicht funktioniert hat, überzeugend darzulegen. Leser, die sich mit der Materie schon beschäftigt haben, werden hier seines Erachtens einiges Bekanntes wiederfinden. "Provokant pauschal" scheint ihm Andresens Hinweis auf die kulturellen Eigenheiten in Afrika, durch die Entwicklungshilfe oft erfolglos blieb. Er hält dem Autor allerdings zu Gute, Entwicklungshilfe nicht in Gänze in Frage zu stellen. Die Erfolge etwa in der HIV-Bekämpfung seien beachtlich und ohne Entwicklungshilfe nicht denkbar. Im Blick auf die Stärkung der Wirtschaft hebt Ehring das Plädoyer des Autors für individuelle Kleinkredite für die Ärmsten hervor.
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