Afrika hat Vieles, was wir in Europa als Entlastung und Ausgleich brauchen: Öl und wichtige Rohstoffe im Überfluss, eine wunderschöne Natur, gute landwirtschaftliche Produkte, die noch nicht durch Chemikalien verseucht sind und viel Sonne und Wind für alternative Energien. Und es besitzt zahlreiche Menschen, die ehrgeizig sind und ihre Situation verbessern wollen. Aber der Kontinent ist auch belastet durch das Erbe von Kolonialismus und Sklaverei und durch die Misswirtschaft der meisten afrikanischen Regierungen in den letzten 50 Jahren. Das Fehlen verantwortlicher politischer Eliten ist für Rupert Neudeck die wichtigste Ursache der afrikanischen Misere, aber auch die westliche Entwicklungspolitik ist reformbedürftig.
Ziemlich aufgesetzt erscheint Andreas Eckert der bereits im Titel groß prangende Optimismus des Bandes. Näher besehen erscheint ihm Neudeck, Afrika betreffend, ratlos und oberflächlich. Neudeck scheint es übrigens stellenweise zuzugestehen. Er erklärt selbst, dass man seine Ansprüche weit senken müsse, um Zuversicht zu entwickeln und sagt Flüchtlingsströme voraus, die uns bald mehr schrecken würden als al Qaida. Auch Neudecks Analyse der Misere - schuld sind die üblichen Verdächtigen, das heißt die afrikanischen Eliten und die westliche Entwicklungshilfe - kann Eckert nicht beeindrucken. Zu wenig vermag Neudeck seiner Meinung nach den Problemen entgegen zu setzen. Das Buch erscheint ihm zusammengestoppelt.
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