Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2000
Carsten Gansel würdigt in seiner Rezension den Autor zunächst als den vielleicht wichtigsten Kinderbuchautor der DDR, der sich dort ungeheurer Popularität erfreute. Dies liegt nach Gansel vor allem daran, dass Pludra die Probleme von Kindern besonders ernst genommen hat und man viel aus den Büchern lernen konnte, und zwar "ohne didaktischen Zeigefinger". Dies gilt, so Gansel, auch für das vorliegende Buch über einen Jungen, der von zu Hause abgehauen ist und nun zu den Straßenkindern vom Bahnhof Zoo zählt. Die Thematik lasse vielleicht zunächst ein warnendes "Problembuch" erwarten. Doch dies ist nicht Pludras Ansinnen, stellt der Rezensent klar. Vielmehr enthalte sich der Autor moralischer und kommentierender Wertungen, sondern fühle sich in die Denkweise des jungen Protagonisten ein, beschreibe, wie er mit dieser Situation zurecht kommt und wie er seine "Umwelt betrachtet". Gansel gefällt es denn auch, dass am Ende offen bleibt, ob Jakob schließlich wieder nach Hause zurück kehrt. Vermutlich nicht. Aber gerade dieses "Warum?" wird nach Ansicht des Rezensenten "Kinder wie Erwachsene gleichermaßen" aufstören.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.12.1999
Mit großer Sympathie besprich Siggi Seuss dieses Buch, und man hat fast den Eindruck, er habe einen neuen Band Pludras bereits mit Wehmut erwartet. Zwar findet Seuss die Szenerie dieser Handlung, nämlich die Drogenszene um den Berliner Bahnhof Zoo, etwas ungewöhnlich für eine Erzählung Pludras. Allerdings sei der Autor weit davon entfernt, hier ein Stück "Betroffenheitsliteratur" vorzulegen. Im Gegenteil: Ein Happy End gibt es nicht. Pludra zeige die dunklen, tragischen und nahezu aussichtslosen Situationen, er erzähle von Überforderung und Gefühlschaos. Seuss, der Pludra für den renommiertesten Kinderbuchautor der DDR hält, findet seine Helden in diesem Buch "noch störrischer". Das ist aber durchaus als Kompliment aufzufassen. Deutlich ist Seuss die Sympathie anzumerken, die er mit dem Autor für den speziellen Eigensinn, mit dem man es bei Kindern und Großvätern bisweilen zu tun hat, teilt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…