Aus dem Isländischen von Eleonore Gudmundsson. In "Die Insel Kolbeinsey" erzählt Bergsveinn Birgisson von sympathischen Außenseitern und der magischen, wilden Landschaft seiner Heimat: Ein Mann beschließt, seinen depressiven Freund aus der psychiatrischen Anstalt zu befreien, in die dieser eingewiesen wurde. Die Abgeschiedenheit der nördlichsten Insel Islands soll ihn heilen. Die Flucht der beiden aus der Zivilisation wird zu einer wilden Verfolgungsjagd, die sie in immer entlegenere Gebiete führt. Eine wütende Krankenschwester, die ihnen auf den Fersen geblieben ist, wird gekidnappt und auf den Rücksitz des Autos verfrachtet. Zu dritt treten sie eine filmreife Reise an, die "Fargo" an Absurdität um nichts nachsteht und die tiefe Freundschaft der beiden Männer auf eine harte Probe stellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2025
Wenig gute Haare lässt Rezensent Matthias Jügler an Bergsveinn Birgissons neuem Roman. Der isländische Autor stellt diesmal einen Ich-Erzähler in den Mittelpunkt, der sich mit einem psychisch labilen Freund auf einen Road Trip begibt: Beide werden bald von einer Krankenschwester verfolgt, die besagten Freund in die Psychiatrie zurückbringen will. Mit wirklichkeitsnahen Beschreibungen hält sich Birgisson nicht auf, stattdessen grübelt der Held viel über Gott und die Welt, aber leider selten sonderlich einfallsreich. Auch mit den Dialogen kann sich Jügler nicht anfreunden, besonders dann nicht, wenn sie in indirekter Rede vorgetragen werden. An Bücher des Typs "on the road" etwa von Hunter S. Thompson oder Wolfgang Herrndorf reicht das keineswegs heran, urteilt der Rezensent, hier und da gibt es schöne, humorvolle Ideen, aber letztlich hilft alles nichts, auch nicht die Rauschmittel, die der Erzähler gelegentlich einwirft.
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