Werner Spies erzählt in diesen Porträts von Künstlern und ihren Werken: wie kein anderer hat er dazu beigetragen, die klassische Moderne in Deutschland durchzusetzen. Und so sind seine Texte über Picasso und Ingres, Matisse, Cervantes, Balthus, Bernd und Hilla Becher, Gerhard Richter, Anselm Kiefer, Paul Auster, Sophie Calle und andere eine kleine persönliche Kunstgeschichte von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2006
Vorsichtig als "eigenwillig" beschreibt Rezensentin Dominique von Burg die Art und Weise, wie Werner Spiess die großen bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts analysiere. Eine Galerie, die zwischen Picasso und Hopper auch Platz für einen Alfred Hitchcock habe. Werner Spiess' innovative Aufsätze seien selbst für Wissenschaftler von Interesse, insbesondere wenn er immer wieder literarische Einflüsse beispielsweise von Guillaume Apollinaire, Gertrude Stein, Heinrich Mann und so weiter als "gesetzgeberische Ikonologie" des Jahrhunderts deklariere. Ein besonders steile These aus Sicht der Rezensentin sei Werner Spiess' Behauptung, nur von der Literatur oder Diskursen inspirierte bildende Kunst sei nachhaltig interessant. Dieser klaren Stellungnahme zum Trotz, so die Rezensentin mit kritischem Unterton, gehe der Autor nicht auf die Bedeutung der neuen Medien für die moderne Kunst ein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.08.2005
Werner Spies, emeritierter Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, ist zwar "kein begnadeter Redner", weiß Andreas Beyer. In diesem Band, der Porträts aus den vergangenen fünf Jahren versammelt, zeigt er sich jedoch einmal mehr als "durchaus gewandter Autor", lobt der Rezensent. Er charakterisiert Spies als "eine Art ambulanter Eckermann", der sich in vielen Jahren für moderne Künstler eingesetzt und ihre Bekanntheit in Deutschland stets gefördert hat. "Gerne" hat Beyer deshalb Texte zu "Duchamps Ästhetik" oder zur "Ehrenrettung für Francis Picabia" wiedergelesen. In den Aufsätzen kann man einen "Partisan der Moderne" lesen, der streckenweise "wirklich elektrisierende Prosa" zu bieten hat, schwärmt der Rezensent. Allerdings findet er die "Innensicht" von Spies' Miniaturen mitunter auch problematisch, insbesondere dort, wo er Düsseldorfer Kollegen wie Bernd und Hilla Becher "hemmungslos hochjubelt",was der Rezensent etwas anrüchig findet. Auch dass der Autor immer wieder auf sich selbst als Person zu sprechen kommt, wodurch die Porträts in ihrer Gesamtheit etwas von einer "autobiografischen Skizze" bekommen, unterminiert die "Wirkung" der Porträts stellenweise "erheblich", moniert der Rezensent.
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