Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2001
Nichts wirkt antiquierter als die Science-Fiction-Visionen von gestern, schreibt Christiane Zintzen einführend - liegen diese nur lange genug zurück, so beeindruckten sie uns jedoch durch ihren Utopiegehalt und ihr Wahrheitspotenzial, so etwa bei "Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch" von Jean Paul aus dem Jahr 1801, das so manchen moderneren Raketenroman als naiv entlarve. Allein durch Jean Paul sei das Klischee der fränkischen Biederkeit widerlegt, meint Zintzen, aber der von ihr besprochene Band mit sechs Lebens- und Werkbiografien fränkischer Visionäre tue sein Übriges, der gegenseitigen Einflussnahme von Literatur und Technologie nachzuspüren. Dass die Verbindung von Futurismus und Ästhetik dabei nicht ohne die Kombinatorik abgenutzter und teils archaischer Motive auskommt, erweise der philologische Blick Roland Innerhofers in Betrachtung einiger Populärromane. Ein anderer Aufsatz erweitere den thematischen Ansatz hin zur Architektur und versuche sich in einer Ehrenrettung von Thea von Harbou, der Drehbuchautorin und Ehefrau von Fritz Lang - für Zintzen ein halbgarer Versuch, da von Harbous Verbleiben im nationalsozialistischen Deutschland nur am Rande Erwähnung finde.
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