Als Otto Lilienthal 1891 am Derwitzer Mühlenberg bei Potsdam mit einem selbstgebauten Gleitflugzeug die ersten sicheren Landungen gelangen, begann eine neues Zeitalter. Es war die Geburtsstunde des Menschenflugs. Aufgewachsen im pommerschen Anklam und früh ohne Vater, waren sie von Kindheit an ein kreatives Team, experimentierfreudig und risikobereit, Künstler und Techniker gleichermaßen, kompromisslos in ihren Zukunftsvisionen. Ihre Lebenswege aus der Mittellosigkeit des Elternhauses zu erfolgreichen Berliner Unternehmern spiegeln den Aufbruch Deutschlands ab Mitte des 19. Jahrhunderts in die Moderne: den Glauben an das Wunder der Technik und die Suche nach Alternativen zum damit einhergehenden sozialen Elend. Ob Segel-Flugzeug, "Anker-Steinbaukasten", "Zehnpfennig-Theater", die Arbeiter-Gewinnbeteiligung oder die Arbeiter-Wohngenossenschaft "Freie Scholle" - mit ihren genialen Ideen und revolutionären Visionen haben die Brüder Lilienthal Geschichte geschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2006
Überaus angetan zeigt sich Andreas Rosenfelder von Manuela Runges und Bernd Lukaschs Doppelbiografie der Brüder Otto und Gustav Lilienthal. Die Lebensgeschichte der Brüder, die ihre Berühmtheit vor allem ihren Flugapparaten verdankten, hat Rosenfelder sichtlich fasziniert. Er berichtet über ihre Flugversuche und über ihre zahlreichen Erfindungen wie das Nebelhorn, den Modellbaukasten und die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. "Helden waren sie als wahre Verschwender von Einfällen", urteilt Rosenfelder, "die nur zum Teil auf fruchtbaren Boden fielen - und deren Früchte meistens andere ernteten." Das Buch, das selbst kleinste Details der hochinteressanten Lebensgeschichten von Otto und Gustav Lilienthal beleuchte, findet Rosenfelder ebenso "schön" wie "spannend".
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