Benny ist sechzehn. Nach einem Unfall liegt er bewusstlos im Krankenhaus. Um sein Bett versammeln sich Menschen, die sonst nur wenig miteinander zu schaffen haben: Ines und Michael, seine Eltern, wollten sich eigentlich nie mehr begegnen. Else und Ferdinand sind die Großeltern, bei denen Benny schon lange lebt. Sein Freund Willi hat ihn gefunden, nachdem er allein auf die Skihütte gefahren war. Alle stehen sie da mit ihren Erinnerungen und Konflikten, neuer Eifersucht und altem Streit. Und man fragt sich, wer auf Benny wartet, wenn er am Ende wieder erwacht. Bewegend, mit Witz und Ironie schreibt Bernd Schroeder über die Menschen, die keiner sich aussucht, die aber für jeden das Leben bestimmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2015
Ein bisschen zu viel Drama für gerade mal 170 Seiten erlebt Martin Halter in den 80 Short Cuts von Bernd Schroeder über einen Familienclan zwischen Schuld und Schicksal, Tragik und Komik, Intrigen, Gewalt und Versöhnungen. Dass Schroeder versucht, durch seine Formentscheidung dem epischen Breindwandformat zu entgehen und dass er nüchtern und heiter erzählt, ohne seine Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben, rechnet Halter ihm jedoch hoch an. Die vielen Perspektivwechsel, Textsorten und Rückblenden im Buch findet er ehrgeizig.
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