Bernd Sösemann

Theodor Wolff

Ein Leben mit der Zeitung
Cover: Theodor Wolff
Econ Verlag, München 2000
ISBN 9783430185691
Gebunden, 360 Seiten, 29,65 EUR

Klappentext

Die Biografie eines großen deutschen Journalisten Obwohl der Name Theodor Wolff (1868-1943) im jährlich vom "Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger" verliehenen Journalistenpreis fortlebt, ist die Lebensgeschichte des Chefredakteurs des "Berliner Tageblatts" weitgehend unbekannt. Bernd Sösemann legt hier die Biografie eines Mannes vor, der insbesondere durch seine journalistische Arbeit und sein politisches Engagement für die Liberalen das parteipolitische und gesellschaftliche Leben in Deutschland entscheidend geprägt hat. Die Biografie wertet den privaten Nachlass aus, greift auf sämtliche Aufzeichnungen und Tagebücher zurück und erschließt eine immense Auswahl von Zeitungsbeiträgen des heute noch zu Recht bewunderten Leitartiklers, Feuilletonisten und Kritikers, aber auch Literaten und Künstlers. "Ein Leben mit der Zeitung" spiegelt auch das Schicksal eines Deutschen, der sich seines Judentums erst in der Verfolgung bewusst wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.02.2001

Ulrich Schulze spart nicht an Lob für diese Biografie des von 1906 bis 1933 als Chefredakteurs des Berliner Tagblatts tätigen Theodor Wolff. Sie sei außerordentlich detailgetreu und behandele alle wichtigen Ereignisse im Leben des Journalisten, preist der Rezensent. Er bescheinigt der Lebensbeschreibung, den "Horizont zu erweitern" und lobt das Buch als eine gleichermaßen für den Laien wie den zeitgeschichtlich Interessierten und die "nächste Journalistengeneration" lohnenswerte Lektüre. Wenn er etwas zu bemängeln hat, dann, dass Sösemann mitunter allzu detailverliebt ist und es im einzelnen zu genau nimmt. Außerdem bedauert es der Rezensent, dass keine Texte Wolffs in dem Buch abgedruckt sind und man deshalb, wenn man die Biografie mit dem Werk Wolffs vergleichen will, zu einem zweiten Buch greifen muß, was er als ziemlich "störende Unterbrechung" moniert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.01.2001

Volker Ullrich lobt die Biografie des Berliner Historikers, der sich bereits in mehreren Büchern mit Theodor Wolffs Werk auseinandergesetzt hat, in den höchsten Tönen. Es sei zwar nicht das erste Mal, dass sich ein Autor mit der Person des Journalisten, der von 1906-1933 Chefredakteur des Berliner Tageblatts war, beschäftigt, doch liege nun die bisher "umfassendste und aufschlussreichste" Lebensbeschreibung vor, so der Rezensent angetan. Besonders lobenswert findet er, dass der Autor die "wichtigsten biografischen Stationen" Wolffs stets mit markanten Punkten der deutschen Geschichte verbindet und daher sowohl Lebensgeschichte als auch Zeitgeschichte schreibt. Ullrich bemerkt dabei die "unverhohlene Bewunderung" des Autors für den 1943 gestorbenen Journalisten, und er betont, dass Sösemann durch seine Biografie den Verlust nachvollziehbar macht, den nicht zuletzt das deutsche Pressewesen durch die Machtübernahme der Nazis 1933 erlitten hat.

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