Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2001
Die Reichsleitung unter Kaiser Wilhelm II. war sich durchaus bewusst, welchen Einfluss die Medien auf die öffentliche Meinung hatten, berichtet Matthias Alexander. Trotzdem verfolgte sie keine einheitliche Medienpolitik. Das hat der Rezensent der aus einem großen Quellenbestand schöpfenden Studie von Gunda Stöber genommen. Die findet Alexander etwas umständlich geschrieben, aber interessant, insbesondere Stöbers Ausführungen über die Taktiken des Reichskanzlers von Bülow, der nicht nur die Journalisten, sondern auch den Kaiser selbst in seiner Meinung zu manipulieren suchte. Allerdings, und hier zeigt sich der Rezensent etwas enttäuscht, bestätige die Autorin in ihrer Studie lediglich bereits bekannte Annahmen der Historiker, dass es eine systematische Pressepolitik unter Kaiser Wilhelm nicht gegeben habe.
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