Mit 46 S/W-Abb.. Wer kennt sie nicht, die "egoistischen Gene", die wahren Herrscher der Natur und Dirigenten der Evolution. Auch wenn kein Zweifel über ihre zentrale Rolle in der Evolution besteht, so mehren sich doch die kritischen Stimmen, die die Theorie vom Egoismus der Gene für extrem einseitig und überdies in ihren sozialpolitischen Folgerungen für gefährlich halten. Steven Rose bietet in seinem neuen Buch eine kraftvolle Alternative für all diejenigen, die sich mit dem Ultra-Darwinismus eines Richard Dawkins und seiner Reduktion der Biologie auf die Genetik schon immer unwohl fühlten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2000
Thomas Eckardt kann sich mit diesem Buch nicht wirklich anfreunden. Zunächst erläutert er, dass sich Rose hier gegen Richard Dawkins und dessen Thesen von biologischem Determinismus wendet, die er für rassistisch hält und die seiner Ansicht nach auch soziale Komponenten nicht ausreichend berücksichtigen. Im Gegensatz dazu vertrete Rose mit seinem Begriff der `Homöodynamik` eine These von der Wechselwirkung zwischen biologischen und sozialen Aspekten. Eckardt betrachtet diese Behauptungen sehr kritisch und tendiert zu Richard Dawkins Ansicht, dass es sich bei Roses Thesen um eine "überschätzte, romantische Phantasie" handelt und bestreitet, dass sich natürliche Selektion von "langfristigen Zukunftsaussichten leiten" lässt. Rose selbst weist zwar den Vorwurf, er sei ein "Antidarwinist oder New-Age-Mystiker" zurück. Dennoch: Roses Optimismus, dass der Mensch die Möglichkeit habe, die "eigene Zukunft zu schaffen" gerade weil sie für "lebende Organismen `radikal unvorhersehbar`" sei, kann der Rezensent in keiner Weise nachvollziehen.
Wenn sich Peter Düweke auch mit expliziter Zustimmung zurückhält, scheint er doch sehr einverstanden zu sein mit den Forschungsergebnissen Roses. Der Autor weise auf die politische Bedeutung jener Forschungstendenz hin, die alle Probleme - auch soziologische - auf die Genetik des Individuums verlagere. Er wende sich gegen eine "reduktionistische Biologie" genauso wie gegen die Illusion, die Natur des Menschen mit Hilfe der Genetik erschöpfend erklären zu können. Außerdem räume er mit falschen Vorstellungen und "griffigen Vereinfachungen" auf und setze sich für einen "Pluralismus der Erkenntniswege" ein. Der anerkannte Forscher wird durch die Offenlegung der Probleme in der Genforschung keineswegs zum "Nestbeschmutzer", betont Düweke. Vielmehr berichte er transparent von der eigenen Forschungsarbeit.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…