Bernhard Kegel

Sexy Sons

Roman
Cover: Sexy Sons
Ammann Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783250104360
Gebunden, 420 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

ED Senft, einer der reichsten Männer Hamburgs, feiert seinen 60. Geburtstag. Alles, was in der Hansestadt Rang und Namen hat, ist in die neu errichtete Elbuferhalle geladen, das Fernsehen überträgt die Veranstaltung live, moderiert vom bekannten Star Paul Abend. Doch die wahre Sensation des Abends ist dem Publikum noch nicht bekannt. Anläßlich dieses runden Geburtstags soll die neueste Erfindung der Senft AG präsentiert werden: Globacter, die Zelle für die Welt. In jahrelanger Forschung ist es Senfts Genetikern gelungen, ein Bakterium zu synthetisieren, das Erdöl frißt und als unschädlichen Stoff wieder ausscheidet: das Ende von Umweltverschmutzungen durch Tankerunglücke oder lecke Überlandpipelines ist abzusehen. Doch der Abend verläuft keinesfalls so reibungslos wie geplant: Globacter wird gestohlen, das Schwimmwunder Rebekka Scholz tätlich angegriffen. Ein Alptraum beginnt...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2002

Martin Ebel bespricht den neuen Wissenschaftsroman von Bernhard Kegel, wobei er doch eher skeptisch ist. Die Zutaten sind zwar vielversprechend, so der Rezensent, aber literarisch findet er das Werk nicht sehr gelungen. Kegel sei ein Wissenschaftler, der es verstehe, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, und auch von den Fachgebieten Mikrobiologie und Fortpflanzungsmedizin, die er in seinen Roman einfließen lasse, verstehe er einiges. Die Ingredienzien stimmen also, allein, der Autor kann sich nicht richtig mischen. Als Erzähler sei Kegel leider nicht so einfallsreich wie als Wissenschaftler. Die Sprache sei banal und die Dramaturgie zäh, so dass Ebel sich oft gelangweilt hat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.01.2002

Kurz und ungnädig handelt Wilhelm Trapp diesen Roman Bernhard Kegels ab. Zwar erinnert ihn die Ausgangskonstellation - eine genetisch manipulierte Rasse zeugt sich nur noch in vitro fort - von ferne an Michel Houellebecqs "Elementarteilchen", aber Kegel scheint den Nerv nicht so genau getroffen zu haben wie sein französischer Kollege. Seine Sprache sei einfallslos, murrt Trapp, und in seiner Fabel fehlten Begegnungen und Leidenschaft. Und so gerät ihm sein Roman, wenn man Trapp glaubt, zum fortschrittsgläubigen "Urschrei der Evolutionsbiologie" ohne größere Symbolkraft.
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