Simone Buchholz

Beton Rouge

Kriminalroman
Cover: Beton Rouge
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518467855
Kartoniert, 227 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Ein ungewöhnlich warmer Septembermorgen auf St. Pauli. Der Regen der letzten Nacht ist noch nicht verdunstet, und vor dem Gebäude eines großen Zeitschriftenverlags steht ein Käfig, darin der Chef der Personalabteilung. Nackt, bewusstlos und offensichtlich misshandelt. Drei Tage später steht der nächste Käfig vorm Verlag, diesmal liegt der Geschäftsführer drin. Riley und ihr neuer, undurchsichtiger Kollege Stepanovic glauben zunächst an einen Racheakt der Verlagsmitarbeiter - seit Jahren werden Leute entlassen, während sich die Führungskräfte dicke Boni in die Taschen stopfen. Als dann ans Licht kommt, dass alle drei Opfer nicht nur ihr Status, sondern auch eine mehr als zweifelhafte Vergangenheit verbindet, verschwindet der Vorstandsvorsitzende …

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.11.2017

Die Fälle, die Simone Buchholz ihre Staatsanwältin Chastity Riley lösen lässt, scheinen Rezensentin Britta Schönhütl zweitrangig, wenn nicht gar etwas zweifelhaft. In "Beton Rouge" geht es um böse Jungs, die in Käfige gesperrt und öffentlich ausgestellt werden. Außer Frage steht für sie jedoch die Klasse dieser Hamburger Ermittlerin, in deren Kopf solch starker Dauerregen herrscht, dass man Gefahr läuft, mit ihr in Melancholie zu ertrinken. Und dann dieser Stil, seufzt Schönhütl, diese Bilder und Gedanken. Zum Dahinschmelzen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.09.2017

In einer sehr knappen Rezension bescheinigt Kritikerin Sylvia Staude Simone Buchholz einen perfekten "schnodrig-philosophischen Erzählton", mit dem sie ihre rauchende und trinkende Protagonistin, die Staatsanwältin Chastity Riley, sprechen lässt. Riley ermittelt in einem Fall um drei Manager eines großen Hamburger Verlagshauses, die gekidnappt, gefoltert und in Käfigen ausgestellt werden. Vor allem wegen ihres lustigen und authentischen Ton verzeiht die Rezensentin der Autorin, dass sie ab und zu recht dick und klischeehaft aufträgt.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 08.08.2017

Auch wenn Hamburg bei Simone Buchholz die schönste Stadt der Welt ist, möchte Elmar Krekeler nicht unbedingt in einem Roman dieser Autorin leben: In einem Moment lässt sie alle Orte leuchten, auf die Chastity Riley ihren Fuß setzt, im nächsten nagelt sie einem die Realität böse und knallhart an den Kopf. Aber im Gefolge von Chastity Riley lässt Krekeler sich das gefallen, sie darf sogar Worte wie "Empfangsmäuschen" benutzen, einem Mann würde der gendersensibilisierte Rezensent das niemals durchgehen lassen. Der Fall, in dem die Staatsanwältin ermitteln muss, ist diesmal besonders hamburgerisch: Ein Verlagschef, der gerade eine neue Runde der Arbeitsverdichtung einläuten wollte, wird entführt und in einem Käfig direkt vor dem imposanten Verlagsschiff ausgestellt. Auch für den Titel geht Krekeler vor der Autorin auf die Knie.

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