Vom Gilgamesch-Epos bis zu Milan Kunderas "Unerträglicher Leichtigkeit des Seins" - Bernhard Lang untersucht religiöse Motive wie Weisheit, Religionskritik, Biografie oder Heilsgeschichte in 100 Werken der Weltliteratur. Damit entsteht sowohl eine theologische Literaturgeschichte wie auch eine Geschichte des religiösen Denkens und Empfindens.
Hesses "Siddhartha" wird ebenso untersucht wie Brochs "Schlafwandler", die Kairo-Trilogie von Machfus, Platons "Apologie des Sokrates", die "Göttliche Komödie" oder eine heilige Schrift wie das Buch der Psalmen oder das "Daodejing". Jedes der Werke wird durch Inhaltsangabe, Interpretation und Beurteilung durch Leser und Kritiker vorgestellt und erschlossen. Schriften, die als religionsfeindlich gelten, wie Nietzsches "Zarathustra", fehlen ebenso wenig wie prominente theologische und religionsphilosophische Essays. So entsteht ein gewaltiges Panorama der Religions- und Literaturgeschichte für jeden, der sich mit Weltliteratur und Weltreligionen beschäftigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2018
Als "notwendige Dienstleistung" schätzt Johann Hinrich Claussen diesen von dem katholischen Theologen Bernhard Lang vorgelegten Führer durch die religiöse Literatur der letzten drei Jahrtausende durchaus. Informationen über den Autor, Inhaltsangaben, Deutungsansätze und Hinweise zur Rezeption lässt Lang nicht vermissen, zudem überzeugt er den Rezensenten insbesondere mit Blick auf katholisch geprägte Literatur. Bald muss der protestantische Kritiker aber konsterniert feststellen, dass nicht nur seine persönlichen "Lieblinge", etwa Luther, zu kurz kommen oder ganz fehlen (Herder, Mörike, Jean Paul oder Novalis!), sondern er erkennt auch enttäuscht, dass stattdessen Autoren mit "beschränkter Güte" wie Hesse, Sartre oder Frisch erwähnt werden, dafür aber spannende Werke fehlen, die Religion in "modern-literarischer" Gestalt behandeln.
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