Imer wieder gibt es Debatten über die Vor- und Nachteile der Arbeit von nichtstaatlichen Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit. Berthold Kuhn beleuchtet zivilgesellschaftliche Vorhaben und Organisationen in mehreren Staaten Asiens und Afrikas, die in verschiedenen Sektoren und Projekttypen arbeiten und dabei unterschiedliche Modelle der Partnerschaft mit staatlichen Organisationen und der Privatwirtschaft anwenden. Er analysiert Innovationspotenziale, Funktions- und Handlungslogiken zivilgesellschaftlicher Organisationen und behandelt deren Orientierungsdilemmata. Damit vermittelt er ein umfassendes Verständnis des komplementären Zusammenspiels zwischen staatlichen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Entwicklungspolitik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.09.2005
Autor Berthold Kuhn habe eine gleichermaßen "umfangreiche" wie "tiefschürfende" Studie zur Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in der Entwicklungshilfe vorgelegt, lobt Rezensent Rudolf Speth. Kuhn könne den NROs attestieren, einerseits einen guten Job zu machen zwischen staatlichen und wirtschaftlichen Interessen. Andererseits zeige er anhand von vier Fallstudien, dass NROs latent in der Gefahr stehen, zu bürokratischen und intransparenten Großorganisationen zu mutieren. Diese Gefahr bestehe nicht durch schlechte Außeneinflüsse, sondern durch einen immanenten Druck in Richtung professioneller Dienstleistungsorganisation. Entwickelt sich eine NRO in diese Richtung, referiert Speth, entferne sie sich von "zivilgesellschaftlichen Prinzipien", die auf ehrenamtlichen Mitarbeitern basierten.
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