Bettina Sengling, Johannes Voswinkel

Die Kursk

Tauchfahrt in den Tod
Cover: Die Kursk
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart - München 2001
ISBN 9783421055743
Broschiert, 287 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Mit ca. 30 farbigen Abbildungen. Die "Kursk" war der Stolz der russischen Flotte. Das Boot, das unbemerkt durch Gibraltar ins Mittelmeer eindrang, repräsentierte den Weltmachtanspruch Moskaus. Als es am 12. August 2000 explodierte, versank ein Mythos. Während der dramatischen Versuche, die 118 eingeschlossenen Seeleute der "Kursk" zu bergen, hielt die Welt den Atem an. Was war geschehen? Hatte es ein amerikanisches Schiff gerammt? War es Opfer einer russischen Rakete im Flottenmanöver geworden? Oder waren die eigenen Torpedos an Bord explodiert? Moskau suchte zu verdunkeln und wies über lange Stunden die Hilfsangebote des Westens zurück. Bettina Sengling und Johannes Voswinkel haben die Geschichte des Bootes, das fast verbrecherische russische Krisenmanagement und das Schicksal der Hinterbliebenen recherchiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2002

Ohne jede Einschränkung empfiehlt Rezensent Christian Hartmann diese "dicht recherchierte" Reportage, in der die Hintergründe des Untergang der Kursks, die Folgen dieser Katastrophe und selbstverständlich ihr Verlauf "klug und komprimiert" dargestellt werden. Dass Bettina Sengling und Johannes Voswinkel dabei den "oft haarsträubenden" Gerüchten zu den Ursachen nicht weitere Nahrung geben, sondern sie nachvollziehbar widerlegen, hat dem Rezensenten besonders gefallen. Er betont die Bedeutung der Kursk für die russische Marine und entnimmt der Lektüre, dass ihre Besatzung auch der russischen Informationspolitik, den hilflosen russischen Rettungsversuchen und der anfänglichen Verweigerung ausländischer Hilfe zum Opfer gefallen ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.12.2001

Als die Kursk im August 2000 in der Barentssee unterging, kam eins zum anderen, berichtet Frank Nienhuysen: Unaufmerksames Führungspersonal, veraltete Technik, explosive Torpedos sowie der unverständliche Verzicht auf ausländische Hilfe hätten das Unglück begünstigt, hat Nienhuysen in diesem "Logbuch russischer Unzulänglichkeiten" gelesen. Das Kursk-Unglück verdeutliche nach Meinung des Autorenduos, beide sind Stern-Korrespondenten, den "Verfall des Landes". Die Autoren haben Schilderungen des Untergangsdramas mit Berichten angereichert über das Schicksal der - bitterarmen - Opfer und ihren Angehörigen, referiert Nienhuysen und schildert, wie Familien auseinanderbrachen, weil die Witwen eine Abfindung erhielten, nicht aber die Eltern verheirateter Kursk-Opfer. Bettina Sengling und Johannes Voswinkel haben für den Rezensenten nicht nur ein detailreiches Buch geschrieben über eine U-Boot-Katastrophe und über den sichtbaren Niedergang einer militärischen Weltmacht - es sei auch die Skizze eines neuen Russland geworden, in dem 'die Geringschätzung der individuellen Persönlichkeit' noch immer Bestand habe, zitiert Nienhuysen die Autoren. Eine Zusatzinformation hat der Rezensent noch: nachdem die russische Regierung 15 Monate lang behauptet hatte, die Kursk sei von einem anderenU-Boot gerammt worden, hat die russische Staatsanwaltschaft endlich zugegeben, dass keinen einzigen Hinweis dafür gibt. Da war das Buch der Autoren allerdings schon im Druck.

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