Viktor Timtschenko

Putin und das neue Russland

Cover: Putin und das neue Russland
Diederichs Verlag bei Hugendubel, München 2003
ISBN 9783720524605
Gebunden, 352 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Wladimir Putin tritt völlig anders auf als alle russischen Präsidenten vor ihm. Er lässt sich aber genauso ungern in die Karten schauen. Der Experte Viktor Timtschenko entschlüsselt, wohin Putin die russische Politik und Wirtschaft steuert, ob er wirklich gegen Korruption und Mafia durchgreift und wie er mit der Meinungsfreiheit oder dem Konflikt in Tschetschenien umgeht. Wer Russland als Bündnispartner hofiert, sollte Putins Politik kennen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003

Thomas Urban lobt Viktor Timtschenkos Buch als "hoch instruktiv, also von großem Nutzen für den Leser". Es handele sich dabei um "eine überaus lebendig geschriebene" Studie über das heutige Russland. Der Autor lege so zum Beispiel in "flotter Sprache", und dabei doch "überzeugend" und mit vielen Beispielen aus dem russischen Alltag dar, warum die Russen Putin verehren. Daneben analysiert Timtschenko, wie man weiter erfährt, die "Mechanismen der Medienpolitik" in Russland und arbeitet "prägnant", wie der Rezensent betont, die Staatsidee Putins heraus. "Vielsagend" findet Urban die Analyse "des Kampfstils von Judoka Putin", der nämlich nicht "der Angreifer" sei, "der eine schnelle Entscheidung" suche, sondern "der kühle Taktiker," der darauf wartet, dass sein Gegner eine Schwäche zeigt. Das Buch führt "exzellent" in die Denkweise der Russen und ihrer Regierung ein, erläutert der Rezensent, weil der Autor, wie er selbst betone, "dieselben Lerninhalte gepaukt, dieselben Filme gesehen, dieselben Bücher gelesen und dieselben Idole verehrt hat wie Putin und seine überwiegend gleichaltrige Mannschaft". An seinem insgesamt so eindeutig positiven Urteil, betont der Rezensent, könnten darum auch weder "einige Fehleinschätzungen" des Autors, noch "ein paar Sätze, die den Leser stutzen lassen", etwas ändern.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.09.2003

Ziemlich überflüssig findet Johannes Voswinkel das Buch von Viktor Timtschenko. Über Waldimir Putin, den prominentesten Unbekannten des "neuen Russlands", weiß er jetzt auch nicht mehr als vorher. Timtschenko habe wenig mehr als eine "Fleißarbeit" verfasst, eine "Nacherzählung der russischen Politik der letzten Jahre", mit wenig neuen Erkenntnissen, schwacher Analyse, schlecht kontextualisierter Information und obendrein "leicht verzopfter Sprache". Zudem werden Putins Leistungen - Wirtschaftsaufschwung, neues nationales Selbstbewusstsein, außenpolitische Entschlossenheit - nach Geschmack des Rezensenten zu sehr über seine Versäumnisse gestellt - die Korruption gehe weiter, der Tschetschenien-Krieg ebenfalls, der "Wettbewerb der politischen Ideen" veröde. Und Putin bleibe ein Unbekannter.

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