Herausgegeben von Bernhard und Enid Gajek. Bettine Brentano und Hermann von Pückler-Muskau lernten sich 1831 kennen, im Berliner Salon der Rahel Varnhagen. Bettine beendete gerade ihr Trauerjahr um ihren verstorbenen Mann. Pückler war von einer mehrjährigen Reise durch England, Irland und Frankreich zurückgekehrt; der Bericht von seiner Reise wurde ein großer Bucherfolg. Hält sich der Briefwechsel anfangs im gesellschaftlichen Rahmen, so gewinnt er doch schnell gedankliche Höhe und Vertrautheit. Ein zentraler Gegenstand der Briefe ist Goethe: Nachdem Bettine Pückler ihre jahrzehntelange Liebe zu Goethe gestanden hat, bietet sie ihm die Herausgeberschaft ihres Goethe-Briefwechsels an ? und bewältigt diese Arbeit schließlich allein. So wurde die Freundschaft mit Pückler zur Geburtszeit ihrer Autorschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2001
Als unerträglich für die heutigen Leser bezeichnet Walter Hinck den exaltierten Ton der Bettine von Armin, die sich mit der ihr eigenen Überschwänglichkeit nach dem Tod Goethes und ihres eigenen Mannes in eine neue Brieffreundschaft schmiss. Dem Grafen von Pückler-Muskau ging sie nach anfänglichen literarischen Spielchen damit auf die Nerven. Irgendwann, berichtet Hinck, verlangte er ihr ein "Sie" ab, während er die Brieffreundin weiter duzte. Darauf ändert sich der Ton der Briefe, analysiert Hinck, und damit träten auch verstärkt die literarischen Gaben der Bettine von Arnim zutage: für ein Glanzstück hält Hinck die Beschreibung von Schleiermachers Beerdigung in Berlin. Die Briefe seien aus drei Archiven zusammengetragen, fügt der Rezensent noch an, zuverlässig und originalgetreu ediert, selbst die Orthografie sei nicht vereinheitlicht worden, was den "Eindruck des Spontanen" erhalte.
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