Aus dem Amerikanischen von Sigrid Ruschmeier. "Eines Tages beschloss ich, meine Frau beim nächsten Einkauf in den Supermarkt zu begleiten. Denn mit dem, was sie nach Hause brachte, war sie nicht ganz auf der Höhe der amerikanischen Esskultur. Nun lebten wir schon in dem Land, das der Welt Käse in Sprühdosen beschert hat, und sie kaufte immer noch frischen Broccoli und Knäckebrot. Dort angekommen, eilte ich in die Junkfoodabteilung - es war der Himmel auf Erden!"
Ludger Lütkehaus ist begeistert und hingerissen von diesen Kolumnen über Amerika. Das Buch nehme auf "wunderbar ironische" Weise all die amerikanischen Absurditäten aufs Korn und demonstriere trotzdem eine "Liebe zu den USA". Außerdem findet es Lütkehaus überaus witzig, voll von scharfsinnigen Beobachtungen und nicht gerade "zimperlich formuliert". Nur selten weicht Brysons satirischer Ton einer ernsthafteren Betrachtungsweise - dort wo es beispielsweise um die Todesstrafe geht, bemerkt der Rezensent zustimmend. Insgesamt aber überwiege die satirische Scharfzüngigkeit des Autors und garantiere damit eine "hinreißende Lektüre".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Regine Welsch bespricht diese "Bedienungsanweisung" für ein Land zusammen mit Colin Fletchers "Wanderer durch die Zeit - allein im Grand Canyon" (Diana Verlag). Bei Bryson gefällt der Rezensentin vor allem eine Art fremd-vertrauter Blick auf das Heimatland. Sie weist darauf hin, dass es sich um Kolumnen handelt, die Bryson aus den USA an eine britische Zeitung sendet. Bryson scheint da seine persönliche Wiedereroberung der Heimat zu protokollieren, denn zuvor hat er zwanzig Jahre lang in Großbritannien gelebt. Viel Merkwürdiges scheint man hier über die Amerikaner zu erfahren, zum Beispiel dass sie im Schnitt nicht mehr als dreihundert Meter täglich zu Fuß gehen.
Dann schildert Welsch Fletchers Buch als ein Kontrastprogramm, denn der Mann ist zu Fuß durch den Canyon gegangen. Allzuviel sagt die Rezensentin allerdings nicht über Fletchers Marsch, der schon in den sechziger Jahren stattgefunden hat. Man erfährt das Gewicht von Fletschers Reisegepäck und hört, dass er bei seiner Durchquerung des Canyons ein "wunderbar unbestimmtes Unbehagen" angesichts der sieben Millionen Jahre alten Gesteinsformationen empfunden habe.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…