Aus dem Englischen von Fritz Schneider. Jeffrey Steingarten, der obsessive Food-Kritiker der Vogue, ist wieder da. In achtzehn neuen Episoden aus seinem nährstoffreichen Leben gewährt uns der Mann, der alles isst, Einblick in seine Versuchsküche in Manhattan. Gefahren lauern wie immer überall. Ob es sich um das bedrohliche Gourmand-Syndrom handelt oder das unverantwortliche Wagnis des Salatessens, tückische Obstsorten oder eheliche Komplikationen aufgrund eines Backanfalls, Steingarten meistert sie alle und scheut vor nichts zurück, um uns den Weg zu kulinarischen Höhepunkten zu ebnen. Die Recherchen dieses "Alexander von Humboldt des Kulinarischen" (Stern) fördern dabei die schönsten Geschichten und Geheimnisse zutage, denn Steingarten schaut berühmten Köchen in ihre Töpfe, nimmt Omelett-Stunden und berichtet von der Soße, die er nicht vergessen kann. Steingarten beweist, dass Essen wahrlich eine Kunstform sein kann, egal, ob es sich dabei um tausendjährige Eier, die besten Tapas oder eine extragroße Tüte M&Ms handelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2006
Für Jürgen Dollase geht es bei Jeffrey Steingarten hier weniger um den Mann, der alles isst, als vielmehr um den Zeitgenossen, der zu viel schwätzt. Doch zuerst das Lob: Detailfülle biete der aus "locker und amüsant" verfassten Zeitschriftenartikeln der Jahre 1988 bis 2004 zusammengestellte Band, erklärt uns Dollase. Trotz seiner "Nähe zur amerikanischen Alltagskultur" sei er auch für Nicht-Amerikaner interessant. Solche freilich, die sich an kulinarischen Klischees nicht stören und am "Theoretisieren ohne Theorie". Dollase stört das natürlich. Steingarten versucht zu differenzieren, notiert der Rezensent, überführt ihn aber genau dort des Geschmackspopulismus', wo objektive Kriterien tatsächlich einen Unterschied gemacht hätten. Buchstäblich rede Steingarten um den heißen Brei herum. Oder, wie Dollase schreibt, er bekommt seine Gedanken einfach nicht "a point".
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