Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.05.2005
Ulf Erdmann Ziegler hat schon innovativere Fotos gesehen, und auch brisanterer gesellschaftspolitischer Visionen ist er schon ansichtig geworden. Kunstgewerblicher Sozialkitsch mit schlechtem Gewissen - etwas überspitzt formuliert ist es das, was er von den "melodramatisch" aufgemotzten Vietnam-Bildern von Bill Burke hält. Denn die Fotos der alten, verfallenen Kolonialvillen - Zeugen europäischer Arroganz in der Fremde - zeigen nicht nur Vergangenheit, sondern tun auch selber so, als seien sie historische Funde. Und bei den Fotos der heutigen Bewohner - "schmale, kräftige Körper" junger Männer - konnte sich der Rezensent kaum des Eindrucks erwehren, hier solle die "Überwindung der Geschichte durch Zähigkeit" dargestellt werden. Eigentlich, schreibt er, "fehlt nur noch ein Vorwort von Peter Handke".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2004
Der amerikanische Fotograf Bill Burke hat versucht, die Kolonialvergangenheit in der Gegenwart Indochinas festzuhalten, und das Ergebnis hat Susanne Ostwald überzegt. Überall in den Ländern Indochinas seien architektonische Zeitzeugen zu finden, die häufig liebevoll erhalten oder umfunktioniert wurden. Die Schwarzweißfotografien des Amerikaners können auf den ersten Blick "wie nostalgisch verklärend" wirken, meint die Rezensentin, doch dieser Eindruck trügt, denn Burke lasse nie die Menschen außer Acht und dokumentiere hier auf eindrückliche Weise, wie die Vergangenheit in den Weg in die Zukunft mit einbezogen werde.
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