Wer ist Signor Iganzio, der Mann mit den vielen Gesichtern, der von der Camorra verfolgt wird, weil er sich in die falsche Frau verliebte? Eine spannende und kunstvoll erzählte Kriminal- und Liebesgeschichte, die in Neapel spielt und ihre Wurzeln in Galizien hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2006
Die Dichterin Birgit Müller-Wieland vermag Franz Haas zu überzeugen, die Romanautorin weniger. Die Geschichte rund um den ehemaligen deutschen Soldaten Ignaz Schweiger, der sich als "Signor Ignazio" in Neapel niedergelassen hat, sei "arg kompliziert" und überladen, konstatiert der Rezensent. Vom gegenwärtigen Neapel bis zum alten Galizien, von afrikanischen Flüchtlingen bis zu ihren deutschen Leidensgenossen nach 1945, alles habe Müller-Wieland hineinzupacken versucht, und obendrauf noch einen Schuss "Camorra-Folklore" gegeben. Neapel ist schon verwirrend genug, meint Haas, da störe Müller-Wielands "chaotische Erzählweise" nur noch. Von der "aufdringlich symbolischen Mythologie" ganz zu schweigen.
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